Homeoffice bleibt angesagt: Würmtaler Firmen möchten verstärkt auf mobiles Arbeiten setzen. SymbolFoto: Fabian Strauch/dpa
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Homeoffice bleibt angesagt: Würmtaler Firmen möchten verstärkt auf mobiles Arbeiten setzen.

Firmen setzen für die Zeit nach der Pandemie auf Hybridkonzept

Corona: Noch bleiben viele Büros leer

  • VonLara Listl
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Corona hat die Arbeitswelt verändert: Würmtaler Unternehmen wollen ihren Angestellten nach der Pandemie weiter mobiles Arbeiten ermöglichen. Auch ohne Homeoffice-Pflicht stehen im Herbst bei Philip Morris und Webasto viele Büros leer.

Würmtal – „Ohne pathetisch klingen zu wollen, kann man ehrlich sagen: Wir vermissen uns“, erzählt Charilaos Avrabos, Pressesprecher und Leiter der Kommunikationsabteilung der Philip Morris GmbH in Gräfelfing. Bereits eine Woche vor dem ersten Lockdown im März 2020 startete der Tabakkonzern einen Testlauf, bei dem alle Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten sollten. Die virtuelle Zusammenarbeit funktionierte, und so entschied sich das Unternehmen, komplett zum Homeoffice-Konzept zu wechseln.

Heute – anderthalb Jahre später – kommen immer noch rund 85 Prozent der Angestellten nicht ins Büro. Zwar hat die Bundesregierung die Homeoffice-Pflicht bereits Anfang Juli aufgehoben, dennoch empfiehlt der Tabakkonzern seinen Mitarbeitern weiterhin die Arbeit daheim. „Sicherheit steht bei uns klar an aller erster Stelle“, sagt Avrabos. Auf eigenen Wunsch dürfen Mitarbeiter wieder in das Firmengebäude kommen. Büros werden allerdings nur einzeln nach Absprache genutzt, und Meetings finden weiterhin digital statt. Die gesamte Belegschaft wird die Philip Morris GmbH erst wieder ins Büro bitten, wenn die zuständigen Behörden die pandemische Situation als sicher bewerten.

Gemischtes Feedback

Was das Homeoffice angeht, hat das Unternehmen laut Avrabos sehr gemischtes Feedback erhalten. Zum einen hätten die Mitarbeiter die neue Flexibilität lieben gelernt. Für viele sei ein längerer Arbeitsweg entfallen, einige konnten Familie und Beruf besser vereinen und manche hätten es genossen in der Mittagspause eine Runde joggen zu gehen. Gleichzeitig hätten auch viele gesagt, dass sie sich vermissen und dass es Zeit werde, sich wieder persönlich sehen und austauschen zu können. Aus diesen Gründen hat sich das Unternehmen bereits jetzt für ein sogenanntes Hybridkonzept aus Präsenztagen und mobilem Arbeiten für die Zeit nach der Pandemie entschieden. „Wir sind uns sicher – die Mischung macht’s.“

Der Stockdorfer Automobilzulieferer Webasto möchte nach Pandemieende ebenfalls auf eine Kombination aus Präsenz- und Mobilarbeit setzen. Schon vor Corona ermöglichte Webasto seinen Mitarbeitern, zu 40 Prozent von zu Hause aus zu arbeiten. Aufgrund der Pandemie weitete das Unternehmen die Regelung dann auf 100 Prozent aus. In der ersten Jahreshälfte blieben laut Personalleiter Marc Pastowsky etwa 85 Prozent der Mitarbeiter vom Standort Stockdorf dauerhaft im Homeoffice. Nur diejenigen, deren Tätigkeit vor Ort erledigt werden muss, kamen ins Firmengebäude.

Seit Juli seien wieder um die 50 Prozent in der Stockdorfer Zentrale tätig. Hierbei setzt Webasto auf die 3G-Regel: Die Mitarbeiter werden gebeten nur geimpft, genesen oder getestet auf das Gelände zu kommen. Schnelltests und FFP-Masken stellt das Unternehmen kostenfrei zur Verfügung. „Wichtig ist vor allem, dass unsere Mitarbeiter konzentriert arbeiten können“, sagt Pastowsky.

Mitarbeiterumfrage

Um herauszufinden, ob die Angestellten ins Büro zurückkehren möchten, oder lieber weiterhin im Homeoffice bleiben, startete das Planegger Medienunternehmen Koch Media im vierten Quartal 2020 eigens eine Mitarbeiterumfrage. Das Ergebnis: Die Mehrzahl wünschte sich, auch nach dem Lockdown ab und zu von daheim aus arbeiten zu können. Gleichzeitig gaben die Befragten an, wieder an ihren regulären Arbeitsplatz zurückkehren zu wollen, da ihnen der persönliche Austausch mit den Kollegen am Herzen liege. Daraufhin entschied sich die Koch Media GmbH, weiterhin bis zu zwei Tage pro Woche im Homeoffice zu ermöglichen.

Aktuell arbeiten von den 280 Kräften am Standort Planegg noch 25 bis 35 Prozent daheim, vor der Pandemie waren es unter fünf. Für die Mitarbeiter vor Ort führte das Unternehmen eine Testpflicht ein, sofern diese nicht geimpft oder genesen sind. Für externe Besucher gilt seit September die 3G-Regel.

Das Rathaus in Neuried ist laut Pressesprecherin Inke Franzen schon seit Juni wieder geöffnet und deswegen auch von Neuem voll besetzt. Nach Absprache können die Mitarbeiter auch in Zukunft vereinzelt daheim arbeiten. Zur Kontaktverfolgung setzt die Gemeinde auf die Luca-App und Zettel.

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