Corona-Teststation auf der Theresienwiese in München
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Testen, testen, testen: Wie bei dieser Station auf der Theresienwiese in München sollen viele Corona-Tests auch im Landkreis München eine zweite Welle eindämmen helfen.

Corona-Situation

Vorsichtiges Aufatmen

Beim Jour Fixe des Landratsamtes München zur Corona-Situation im Landkreis zeigte sich Christoph Göbel vorsichtig erfreut. Schließlich ist die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell leicht gesunken. Der Landrat: „Das ist Glück und Zufall gleichermaßen.“

Landkreis München – Es gibt keinen Anlass, sich zurückzulehnen. Davon ist Christoph Göbel absolut überzeugt. An den Betreuungs- und Bildungsstätten tut sich doch einiges: Zehn Schulen und acht Kitas sind betroffen und mussten zum Teil oder in manchen Fällen ganz geschlossen werden. „Das ist nicht immer bequem, und wir haben zu dem Thema intensive kommunikative Herausforderungen zu bewältigen.“ Er bekräftigte aber, lieber ein paar Beteiligte mehr nach Hause zu schicken als zu wenige. „Egal ob eine Quarantäne von der Kommune, dem Gesundheitsamt oder der Einrichtungsleitung angeordnet wird, sie muss eingehalten werden.“

Pflegeheime, das ist die wichtigste Wasserstandsmeldung, sind in jüngster Zeit vom gefährlichen Virus verschont. Allerdings gibt es neun infizierte Mitarbeiter aus insgesamt fünf verschiedenen Einrichtungen. Präventive Reihentests sind bereits in 16 Heimen durchgeführt worden, wie der Landrat in der Videoschalte berichtete. Das seien Vorsichtsmaßnahmen, die ohne konkreten Anlass getroffen werden.

  • Corona-Zahlen im Landkreis München geben Grund zu leichter Hoffnung.
  • Pflegeheime und Asylunterkünfte kaum betroffen.
  • Landrat Göbel will konsequent handeln vor neuer zweiter Welle.

Auch in den Asylunterkünften ist die Gefahr überschaubar. Lediglich ein Bewohner ist aktuell erkrankt, der in Haar eine Unterkunft bezogen hat. Außerdem gibt es einen weiteren Verdachtsfall am selben Ort. Insgesamt sei das Geschehen unauffällig.

Die Devise lautet: Testen, testen, testen

Die Devise lautet: Testen, testen, testen. Auch an der neuen Station in Haar, wo die Betriebszeiten ausgeweitet wurden. Hier ist die Nachfrage sehr groß. Dienstags und donnerstags wird den ganzen Tag gearbeitet. Das dient unter anderem dem Zweck, nicht wie in München den Schwellenwert an Infektionen zu reißen. Landrat Göbel: „Wir sind so stark vernetzt mit der Stadt, dass es dadurch jederzeit auch mal bei uns zu höheren Zahlen kommen kann.“ Aber der Virus vollziehe ja keine klassischen Wanderbewegungen. Die Freizeitaktivitäten in der Stadt seien jedenfalls viel dichter gedrängt als im Landkreis – mit den jeweils bekannten Auswirkungen. Einstweilen werden im Landkreis daher keine Maßnahmen zur Begrenzung ausgesprochen. „Aber wir werden sicher nicht bis zum Inzidenzwert 50 warten, bis wir handeln.“ Möglich sind kurze Treffzeiten, Begrenzung des Personenkreises, Alkoholverbot.

Die schweren Fälle in Stadt und Region, es gibt sie. Aber es sind derzeit nicht viele. Die Krankenhäuser in München sind nicht ausgelastet. Göbel: „Es sind sehr wenige Betten belegt, die Lage demnach vergleichsweise entspannt.“ Falls aber die Zahl der belegten Betten steige, sei es möglich, auch im Landkreis Betten zu akquirieren wie bei der ersten Welle. Da wären die Kliniken des Bezirks Oberbayern in Haar, die Wolfartklinik in Gräfelfing und die Urologische Klinik in Planegg denkbar.

Marc Oliver Schreib

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