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Gastg eber mit Gastredner und Landrat (v.li.): CSU-Bürgermeisterkandidat Peter Köstler, Ortsvorsitzende Petra Schmid, Prof. Christian Holler, FU-Vorsitzende Ochmaa Göbel und Landrat Christoph Göbel.

Neujahrsempfang im Bürgerhaus

CSU lädt in die wahlkampffreie Zone

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Der Gräfelfinger CSU ist es am Donnerstag einmal mehr gelungen, das Klein-Klein des Kommunalwahlkampfs von ihrem Neujahrsempfang weitgehend auszusperren. Stattdessen rückte in den Mittelpunkt des bewusst überparteilich angelegten gesellschaftlichen Ereignisses ein Sachthema, das alle gleichermaßen angeht.

Gräfelfing– „Es ist kein ganz einfaches Thema“, warnte Gastgeberin Petra Schmid in ihrer Begrüßung das vielzählige Publikum im Bürgerhaus. Doch der Referent erwies sich als Routinier darin, trockene Wissenschaft verständlich, ja unterhaltend zu vermitteln. Prof. Christian Holler sprach über „Erneuerbare Energien zwischen Utopie und Wahrheit“.

Den Ernst der Lage stellte der Wissenschaftler sogleich ungeschminkt dar. „Noch in diesem Jahrhundert werden nicht Millionen, sondern eine Milliarde Menschen in Bewegung kommen“, weil sich in großen Gebieten des Erdballs aufgrund des Klimawandels nicht mehr werde leben lassen. Gegenzusteuern sei überfällig – und alles andere als einfach. Als eines der Grundübel nannte der Referent den exorbitanten Energieverbrauch der westlichen Welt. In Deutschland liege dieser pro Person und Tag bei 120 kWh Primärenergie.

Dass es praktisch unmöglich wäre, all diese Energie durch erneuerbare Quellen zu decken, rechnete der Professor anschließend überzeugend vor. Seine Konsequenz: „Unser Energieverbrauch muss sich in 30 Jahren mehr als halbieren.“ Der Rest sei vor allem durch Wind und Sonne zu substituieren. All dies könne nur mit internationaler Zusammenarbeit gelingen. Prof. Christian Hollers Fazit: „Die Energiewende ist machbar, wird aber wahnsinnig schwierig. Deshalb müssen wir sie dringend anpacken.“

Landrat Christoph Göbel ergänzte in seinem Grußwort: „Die Energiewende ist selbstverständlich das Mega-Thema unserer Gesellschaft.“ Es sei darauf zu achten, dass diese Gesellschaft darüber nicht auseinanderbreche. Göbel wies auch darauf hin, dass Prof. Holler und sein Co-Autor mit Unterstützung des Landkreises das Buch „Erneuerbare Energien - Ohne heiße Luft“ herausgebracht hätten. Es lag zur kostenlosen Mitnahme aus.

Auch Peter Köstler hielt ein kurzes Grußwort, ohne allzu explizit auf seine Eigenschaft als Bürgermeisterkandidat einzugehen. Schließlich befanden sich im Publikum als gern gesehene Gäste seine sämtlichen Mitbewerber um das Amt, allen voran Bürgermeisterin Uta Wüst.

Überhaupt wurde der Abend zu einer Auszeit vom Wahlkampf. In lockerer Atmosphäre unterhielten sich Vertreter von Kirchen und Vereinen, Institutionen und Unternehmen, politischen Gruppierungen und ehrenamtlichen Verbänden querbeet. Und genossen allesamt erlesene Häppchen von Gräfelfinger Gastronomen und ein eigens gebrautes, süffiges Helles von Doemens.

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