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„Das Aussuchen gehört dazu“

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Von: Peter Seybold

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Weihnachtsbäume aus dem Bayerischen Wald verkaufen Tim (li.) und Harry Bittner im Außenbereich der Planegger Gaststätte Pe.Es. Kottmeier – zum großen Teil sind es Nordmanntannen.
Weihnachtsbäume aus dem Bayerischen Wald verkaufen Tim (li.) und Harry Bittner im Außenbereich der Planegger Gaststätte Pe.Es. Kottmeier – zum großen Teil sind es Nordmanntannen. © Michael Schönwälder

Durch die Corona-Pandemie kaufen dieses Jahr Privatpersonen etwas mehr Christbäume als sonst, Firmen und Geschäfte etwas weniger. Im Gegensatz zum deutschlandweiten Trend spielt im Würmtal das Thema Online-Handel kaum eine Rolle.

Würmtal – Mit der Adventszeit hat im Würmtal auch wieder der Christbaumverkauf begonnen: Nordmanntannen aus einer Plantage in Dänemark bietet etwa das Gautinger Gartencenter Zanker an. „Der Großteil der Bäume ist 1,50 bis 2,50 Meter groß, einige sind über drei Meter oder etwas mehr als ein Meter“, berichtet Christine Janssen, eine der zuständigen Mitarbeiterinnen.

Durch die Corona-Ausnahmesituation kauften Privatpersonen etwas mehr Bäume als sonst, da viele nicht verreisen oder keine Besuche wie sonst machen, dadurch mehr Zeit zu Hause verbringen und sich deshalb einen eigenen Baum holen. Die Nachfrage von Geschäften, Restaurants und Firmen ist hingegen etwas gesunken, erzählt Christine Janssen. Der Chef des Gartencenters „fährt im Oktober selbst nach Dänemark, um unsere Bäume auszusuchen, die dann entsprechend markiert werden“, so Janssen.

Baum muss zum Schmuck passen

Der Online-Handel spiele hingegen bei Weihnachtsbäumen im Würmtal noch kaum eine Rolle: „Denn jeder hat anderen Schmuck zu Hause, zu dem dann der Baum genau passen muss. Daher braucht jeder einen bestimmten Baum, den man vorher sehen und auswählen muss.“ Deutschlandweit werden mittlerweile rund zehn Prozent der Bäume online gekauft.

Seit deutlich mehr als 30 Jahren bietet Andreas Bassmann in der Pasinger Straße in Gräfelfing Weihnachtsbäume an – ebenfalls fast ausschließlich Nordmanntannen, „da diese am beliebtesten sind, am schönsten aussehen und auch am wenigsten nadeln“, erklärt Bassmann. Die Bäume und einzelne Zweige aus Dänemark, bezogen über den Großhändler, bewegen sich preislich je nach Größe zwischen 18 und 45 Euro. Bassmann hat auch einige Biobäume im Sortiment, „die aber schwierig zu bekommen sind“, vor allem wenn Preis und Qualität stimmen sollen, so Bassmann.

Manche Kunden kommen zweimal

Den großen Ehestreit beim Baumkauf hat es an dem Stand noch nicht gegeben, er wird aber mutmaßlich manchmal zu Hause ausgeführt. Denn „eine Reihe von Kunden kommen zweimal, weil sie sich beim ersten Mal nicht einigen konnten“, erzählt Bassmann schmunzelnd. Der Baumhändler setzt sich laut eigener Aussage nach der Christbaumsaison angeblich mit dem verdienten Geld in die Karibik ab.

Im Biergarten der Planegger Gaststätte Pe.Es.Kottmeier hat wie jedes Jahr Harry Bittner seinen Stand aufgebaut. Auch bei ihm sei die Nachfrage insgesamt stabil – private Leute kaufen etwas mehr, Firmen etwas weniger. Die Bäume aus dem Bayerischen Wald, zum großen Teil ebenfalls Nordmanntannen, bewegen sich zwischen 15 und 150 Euro. Die Preise seien nur moderat gestiegen. „Die meisten Kunden kaufen Bäume in Wohnzimmergröße zwischen zwei und 2,30 Meter. Bei Kirchen und Firmen sind es manchmal fünf Meter“, berichtet Bittner. „Der Weihnachtsbaumkauf, das Umschauen, Aussuchen und den Baum nach Hause fahren ist für viele im Würmtal ein kleines Event in der Adventszeit“, berichtet Harry Bittner – und wohl einer der wesentlichen weiteren Gründe, warum hier kaum Bäume online bestellt werden.

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