„Bei acht Grad hat doch kein Mensch Lust, Blumen zu pflanzen“: Klaus-Dieter Gruber, Leiter des Buchendorfer Gartencenters Kiefl, bleibt derzeit nicht nur auf seinen Dahlien sitzen. Foto: Höfle

Dauerregen sorgt für Umsatzeinbußen

Würmtal - Regen, Regen und wieder Regen: Viele Branchen klagen aufgrund des Wetters über hohe Umsatzeinbußen. Vor allem Eiscafés und Gärtnereien sind betroffen.

Die Gärtnereien locken mit Blumen in allen Farben und Formen. Trotzdem vergeht den meisten Leuten die Lust, ihren Garten oder Balkon auf Vordermann zu bringen. Klaus-Dieter Gruber, Leiter des Gartencenters Kiefl in Buchendorf, nimmt den Kunden ihr Verhalten nicht übel. „Bei acht Grad hat doch kein Mensch Lust, Blumen zu pflanzen.“ Bereits im Frühjahr hatte das Gartencenter ein finanzielles Minus zu verzeichnen, konnte dies aber bis Pfingsten wieder ausgleichen. Nun seien auch die umsatzstarken Brückentage vom Dauerregen betroffen, so Gruber. Um Personalkosten einzusparen, hat er einige Mitarbeiter sogar in ein verlängertes Wochenende geschickt.

Auch die benachbarte Gärtnerei Zanker klagt über Regen und Kälte. Noch sei zwar kein erheblicher Schaden entstanden, doch falls das Wetter ähnlich schlecht bleibt, ist laut Alfred Zanker mit Umsatzeinbußen von bis zu 20 Prozent zu rechnen. „Zum Glück haben wir sehr viele Pflanzen aus eigener Kultur, die durch ihren festen Standplatz nicht verderben“, so Zanker.

Rudolf Heidrich, Landwirt aus Frohnloh, kann aufgrund der schlechten Witterung viele Arbeiten nicht ausführen. So sind die Böden nicht befahrbar. „Auch Kartoffeln, Mais oder Sommergerste sind heuer später dran“, so Heidrich. Dadurch kommt es nicht nur zu Verzögerungen, sondern auch zu Ertragseinbußen. Selbst die Bienen des Hobbyimkers produzieren momentan zu wenig Honig. „Diesen Verlust kann man sicher nicht mehr ausgleichen.“

Siegfried Eberle, der Erdbeerfelder in Frohnloh und Buchendorf betreibt, kann sich, zumindest im Moment, nicht über den Regen beschweren. „Die Erdbeerfrucht braucht enorm viel Wasser, um sich auszubilden.“ Eberle geht davon aus, dass sich die Ernte heuer um 14 Tage verzögert.

Nicht nur Gartencenter und Landwirte jammern über das Wetter. In den Eiscafés bleiben die Betreiber auf ihren süßen Spezialitäten sitzen. „Dieses Jahr ist wirklich eine Katastrophe“, sagt Laura Salvadori, die das Gräfelfinger Eiscafé „Italia“ leitet. Sie sei über die Stammkunden froh, die täglich ins Café kommen. Als Alternative bietet Salvadori Kuchen und Sandwiches an. „Anders würde das auch gar nicht gehen.“ Die Einbußen könne sie dennoch nicht mehr ausgleichen. Zumal die Eissaison bereits Ende August vorbei ist.

Vor dem gleichen Problem steht auch Maria Rizzo, Mitinhaberin des Planegger Eiscafés „Il Sagittario“. „Wer saisonbedingt arbeitet, hat es nicht leicht.“ An den wenigen warmen Tagen, die es heuer gab, sei die Nachfrage sehr hoch gewesen. Momentan hingegen verirren sich nur wenige Kunden in das Eiscafé. „Auch wenn das Wetter noch so schlecht ist, muss man doch trotzdem raus unter die Leute“, sagt Maria Rizzo.

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