Karlsruhe erlaubt G20-Protestcamp - aber stark eingeschränkt

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Schön anzusehen, aber zu klein. Für die ehemalige Schule, die in Neuried heute als Rathaus dient, muss dringend Ersatz her. Für die klamme Kommune ein echtes Großprojekt.

Ortsmitte Neuried

Debatte um neues Rathaus wird konkret

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Das Neurieder Rathaus ist seit Jahrzehnten zu klein. Jetzt wird wieder einmal über einen Neubau geredet. Und über die Kosten.

Die Gemeinde Neuried will nun zügig Ersatz für ihr längst zu klein gewordenes Rathaus schaffen, nachdem das Projekt wegen der Mehrzweckhalle jahrelang auf Eis lag. Zusammen mit einer Beratungsfirma haben Mitglieder des Gemeinderates jetzt Varianten für einen Neubau geprüft. Im Gemeinderat könnten am kommenden Dienstag erste konkrete Beschlüsse gefasst werden. „Ich denke, einige wichtigen Fragen sind soweit, dass wir Entscheidungen treffen können“, sagt Dieter Maier (Grüne). Neurieds 3. Bürgermeister war Teil der fünfköpfigen Arbeitgruppe, die verschiedene Szenarien für das Rathausareal an der Planegger und Münchner Straße durchgespielt hat.

Über ein neues Verwaltungsgebäude wird in Neuried seit Jahrzehnten geredet. „Schon in wenigen Jahren dürfte Neuried über ein modernes Rathaus verfügen“, schrieb Johannes Gottwald in seiner 1994 erschienenen „Neurieder Chronik“ anlässlich der damals aktuellen Debatte um ein Gemeindezentrum. Bereits für die seinerzeit 21 Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung war das ehemalige Schulhaus an der Planegger Straße zu klein. Das Bauamt musste in einen Container umziehen, wo es bis heute blieb.

Seitdem stieg die Einwohnerzahl von 6000 auf 8000. Und für die nächsten Jahrzehnte rechnet man mit einem Anstieg um noch mal 25 Prozent. Die Neurieder Verwaltung beschäftigt heute fast doppelt so viel Personal wie 1994. Allein um ihren künftigen Raumbedarf zu decken, müsste die Gemeinde für einen Neubau wohl 8 Millionen in die Hand nehmen – bei solider, aber einfacher Ausstattung und Verzicht auf zusätzliche Räumlichkeiten für Vereine oder Veranstaltungen. Zu diesem Schluss kommt die Arbeitsgruppe, der neben Maier auch Andreas Giese (CSU), Robert Hrasky (BZN), Eric Kirschner und Martin Pflästerer (beide SPD) angehören.

Insgesamt umfasst das für das Rathaus vorgesehene Areal im nördlichen Bereich der Ortsmitte rund 10 000 Quadratmeter, die der Gemeinde gehören. Der Gemeinderat muss jetzt entscheiden, ob die Kommune die Fläche grundsätzlich in Eigenregie entwickeln und Eigentümerin des neuen Rathauses bleiben will. Darüber herrscht offenbar Konsens. Ein Teil der Fläche könnte jedoch zur Finanzierung des Neubaus verkauft und für eine Bebauung mit Wohn- oder Gewerbeimmobilien freigegeben werden.

„Das muss aber im Detail noch diskutiert werden“, sagt Robert Hrasky. Dazu bedürfe es zunächst der Ergebnisse einer noch laufenden Verkehrsuntersuchung. Und einer Grundsatzentscheidung, ob man auch den südlichen Teil der Ortsmitte an der Gautinger Straße gleich in die Planungen mit einbeziehen will, wie Dieter Maier findet: „Es gibt Zusammenhänge, etwa bei der Frage, wo und wie viel Handel angesiedelt werden soll.“ Zudem müsse der Gemeinderat festlegen, inwieweit er beim weiteren Vorgehen die Bürger einbeziehen will.

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