Harte Regeln auf dem Friedhof

Gräfelfing - Der Denkmalschutz beklagt eine Entstellung des Gräfelfinger Friedhofs. Die Gemeinde droht Steinmetzen deshalb mit Entzug der Zulassung.

Nicht nur die Alte Aussegnungshalle, sondern auch ein Großteil des Gräfelfinger Friedhofs selbst, der aus der Feder des Architekten Richard Riemerschmid stammt, steht unter Denkmalschutz. Der Gemeinde fiel es zunehmend schwer, die strengen Auflagen durchzusetzen, die damit verbunden sind. Nun bessert sie die Friedhofssatzung nach.

Die am Friedhof tätigen Handwerker, vor allem Steinmetze, errichten die Grabmale im Auftrag der Grab-Inhaber. Das war auch bisher schon genehmigungspflichtig. Allerdings war bisher laut Satzung auch nur der Grab-Inhaber der Gemeinde gegenüber dafür verantwortlich, die Ausgestaltung (zum Beispiel ob der Stein liegend oder stehend errichtet wird) satzungskonform durchzuführen. Bei einem Verstoß musste die Gemeinde sich bisher an die trauernde Familie mit der unliebsamen Aufforderung wenden, das neue Grabmal zu ändern. Der Erfolg blieb freilich oft aus, weil die Hinterbliebenen aus finanziellen oder Altersgründen nicht in der Lage waren, dies dem Handwerker gegenüber durchzusetzen. So kam es wiederholt dazu, dass satzungswidrig errichtete Grabmale bestehen blieben.

Jetzt stimmte der Hauptausschuss einer Satzungsänderung zu, die die Handwerker direkt in die Pflicht nimmt. Die Gewerbetreibenden benötigen nun neben einer Zulassung für die Errichtung oder Änderung eines Grabmals die vorherige Genehmigung durch die Friedhofsverwaltung. Die Arbeiten dürfen erst nach erfolgter Freigabe beginnen.

Die Handwerker sollten diese Regelung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Gemeinde sieht sich durch mahnende Hinweise der Denkmalschutzbehörde unter Zugzwang, die bereits Abweichungen von den Riemerschmid-Plänen konstatiert hat. In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses sagte Bürgermeisterin Uta Wüst: „Wir brauchen diese Änderung aus leidiger Erfahrung. Das Landesamt für Denkmalpflege hat uns schon darauf hingewiesen, dass wir hier rigoros sein müssen.“ Die geänderte Satzung über die Benutzung des Gemeindefriedhofs sieht bei Verstößen auch Bußgelder vor. Im Wiederholungsfall gibt es eine Abmahnung bis hin zum Entzug der Zulassung für den Friedhof.

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