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Edeltraud Kaste aus Martinsried ist froh, wieder Pakete zu Hause entgegennehmen zu können.

Post entschuldigt sich

Zusteller schickt Pakete auf Irrwege

Anwohner der Martinsrieder Lena-Christ-Straße haben vergeblich auf ihre Pakete gewartet – drei Wochen lang. Der Grund: Ein DHL-Paketzusteller gab offenbar an, dass die Bewohner stets nicht zu Hause waren – obwohl er nicht bei ihnen geklingelt hatte. DHL bedauert die Vorfälle.

Martinsried– Für Edeltraud Kaste (78) waren die letzten Wochen ärgerlich. Die Rentnerin und ihre Nachbarn bestellten mehrmals Sachen, unter anderem Medikamente bei einer Apotheke, und warteten auf die Lieferung. „Doch es kamen keine Pakete. Der DHL-Wagen fuhr stets nur auf der anderen Straßenseite, wo es Geschäfte gibt, auf unserer Straßenseite überhaupt nicht“, erzählt Kaste. Von Nachbarn hörte die Rentnerin ähnliches und begann daher nachzuforschen.

Sie wandte sich an DHL, rief die Sendungsverfolgung im Internet auf und entdeckte schließlich: Bei den Sendungen war „Empfänger nicht zu Hause“ vermerkt –obwohl sie und die anderen zu der jeweiligen Zeit nachweislich daheim waren. Die Pakete waren statt einer Zustellung bei den Leuten von dem DHL-Fahrerim nächst gelegenen Paketshop in der Röntgenstraße abgegeben worden. Der Zusteller hinterließ nicht einmal einen Benachrichtigungszettel, sodass die Rentner von nichts wussten. Schlimmer noch: Von dem Paketshop gingen die Sendungen nach wenigen Tagen wegen Nichtabholung/Unzustellbarkeit wieder zurück an den Absender, und die Martinsrieder warteten vergeblich auf teils wichtige Lieferungen. Edeltraud Kaste: „Eine Betroffene sieht schlecht, ich bin gehbehindert, manche haben kein Internet, um bei der Sendungsverfolgung online nachzuschauen“, sodass nicht alle Pakete im Paketshop abgeholt werden konnten.

Die Deutsche Post, zu deren Gruppe der Paketzusteller DHL gehört, bestätigte auf Merkur-Anfrage die Vorfälle: „Wir hatten in besagtem Zustellbezirk einen Paketzusteller im Einsatz, der höchstwahrscheinlich nicht immer korrekt gearbeitet hat“, sagt Post-Sprecher Klaus-Dieter Nawrath. Der Zusteller befinde sich derzeit im Urlaub und habe daher noch nicht befragt werden können. „Für uns stellt es sich aber so dar, dass die Vorgänge wohl so abliefen, wie von den Betroffenen beschrieben, wofür wir uns ausdrücklich entschuldigen“, sagt Nawrath. Möglicherweise seien noch weitere Straßen in der Umgebung betroffen, wovon die Post aber derzeit noch keine Kenntnis habe.

Warum es zu den Geschehnissen kam, ist Klaus-Dieter Nawrath unklar. Es gebe leider überall schwarze Schafe, „und auch bei uns selten mal ein paar Ausreißer, die aber sicher nicht der Regelfall sind“, so Nawrath. Die Post könne natürlich nicht jeden einzelnen Zusteller auf seinen Touren begleiten und kontrollieren, „weswegen wir in solchen Fällen für Hinweise dankbar sind“.

Die Unannehmlichkeiten seien aber bereits abgestellt. „Die Zusteller in diesem Bezirk haben wir aufgrund der Bewohnerstruktur angewiesen, etwas länger als üblich nach dem Klingeln auf das Öffnen der Tür zu warten“, sagt Nawrath. Generell hätten die Zusteller ein „hohes Interesse“, Sendungen gleich beim ersten Versuch an die Empfänger zu übergeben. Neben der fehlenden Kundenzufriedenheit bedeute die „Benachrichtigung und Umleitung der Sendung in die Filiale einen spürbaren zusätzlichen Arbeitsaufwand“.

Edeltraud Kaste freut sich über die Reaktion der Post und hat bereits bemerkt, dass sich die Situation wieder bessert. Sie hat einen zusätzlichen Verdacht, warum die Zustellungen nicht klappten. „Ich habe gelesen, dass Amazon-Sendungen von DHL bevorzugt werden und andere liegen bleiben“, sagt Kaste. Dies dementiert Post-Sprecher Nawrath aber. „Alle Sendungen werden bei uns gleich behandelt, eine Bevorzugung von Absendern gibt es nicht“, stellt Klaus-Dieter Nawrath fest.

Peter Seybold

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