Informierte über 2G: Valeria Bianco vom Planegger Hotel La Terrazza ging die Reservierungen durch.
+
Informierte über 2G: Valeria Bianco vom Planegger Hotel La Terrazza ging die Reservierungen durch.

Hohe Zahl der Corona-Neuinfektionen lässt Hotelbuchungen zurückgehen

Die Gäste bleiben aus

  • Victoria Strachwitz
    VonVictoria Strachwitz
    schließen

In Hotels gilt seit Dienstag 2G. Einige Gäste müssen abgewiesen werden. Die hohen Infektionszahlen machen den Hoteliers im Würmtal aber mehr zu schaffen.

Würmtal – Die Angst geht um. Mit den hohen Infektionszahlen werden viele Menschen wieder vorsichtiger. „Die reisen nicht, wenn nicht unbedingt nötig“, stellt Izumi Sammer vom Hotel Gautinger Hof fest. Seit die Krankenhaus-Ampel auf Rot schaltete, seien weniger Gäste in ihr Hotel gekommen. Jetzt gilt 2G. Nur noch Geimpfte und Genesene dürfen ins Hotel. Anke Bianco vom Hotel und Restaurant La Terrazza in Planegg sagt: „Wir haben Bedenken, dass wir unsere Leute wieder in Kurzarbeit schicken müssen.“ Sie stellt fest, dass Gäste von Firmen im Würmtal aktuell nicht gerne nach Bayern reisen. „Gerade ist es mit Geschäftsleuten im Hotel wieder gut angelaufen, jetzt kann man davon ausgehen, dass es weniger wird.“

Im Zusperren geübt

Ihre Tochter Valeria sei am Montag die Reservierungen durchgegangen und habe die Gäste über die neue 2G-Regelung informiert. „Da haben viele geantwortet: Kein Problem, wir sind eh geimpft.“ Anderen aber habe sie absagen müssen. „Ob es sich wirklich lohnt, das Hotel aufzulassen, muss man sehen“, sagt Anke Bianco. Im Zusperren ist sie bereits geübt. Seit Beginn der Pandemie musste sie ihr Hotel bislang insgesamt für neun Monate schließen. Ein erneuter Lockdown hätte für ihre Branche daher drastische Konsequenzen, meint sie. „Falls sie noch mal zu machen, würde das vielen den Rest geben.“

Auch ohne Lockdown üben sich nicht nur die Touristen in Zurückhaltung. Die Menschen im Würmtal tun es ihnen gleich. Weihnachtsfeiern seien abgesagt worden. Im Restaurant seien an manchen Abenden nur drei bis vier Tische besetzt, „weil die Leute weniger ausgehen“.

Izumi Sammer vom Gautinger Hof meint, 2G werde im Hotelbetrieb keinen großen Unterschied machen: „Die Gäste sind meistens geimpft und genesen.“ Weil die Geschäftsleute in der Regel gut informiert seien – „die hören jeden Tag Nachrichten“ – und eher kurzfristig buchen, müsse sie jetzt auch niemanden anrufen und auf die neue Regelung hinweisen, meint sie. Angela Weißenfeld vom Würmtaler Gästehaus in Gräfelfing ist ebenfalls überzeugt: „Das wissen alle, das wird überall gemeldet, die Leute sind sehr gut informiert.“

Gruppe ungeimpfter Monteure

Doch für ihr Hotel hatte die neue Regel bereits Konsequenzen. Seit Montag sollte eigentlich eine Gruppe Monteure in Weißenfelds Haus wohnen. Die seien weder geimpft noch genesen gewesen. „Die sind dann nicht gekommen.“ Weißenfeld sagte ihnen ab: „Ich mach mich da jetzt nicht strafbar“, erklärt sie. „Gerade von den Monteuren sind viele nicht geimpft, das ist auffällig.“ Sie verzichtet freilich nicht gerne auf Gäste, doch auch sie beschwert sich nicht über 2G. Es seien vor allem die hohen Infektionszahlen, die sich bei ihr bemerkbar machen. „Man merkt, dass es viel ruhiger ist und viel weniger Menschen anrufen.“ Die aktuelle Lage sei wieder finanziell einschneidend. Doch Weißenfeld sagt: „Bis jetzt sind wir gut über die Runden gekommen. Der Sommer war okay, jetzt schauen wir mal.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare