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Tanklager Krailling

Diesel-Abtransport in Waggons

Krailling - Der in Krailling eingelagerte Diesel wird das Tanklager über die Schiene in Richtung Tschechien verlassen, das steht nun fest.

An allen Ecken scheint der Tschechische Staat auf Deutsche Gesetze und Verordnungen zu treffen, die vor der Einlagerung des Diesels im Kraillinger Tanklager der Viktoriagruppe AG nicht bedacht worden waren. Ein Jahr lang war es den Tschechen nicht gelungen, die von ihnen in Krailling eingelagerte Notreserve nach Tschechien zurückzuführen, da der Insolvenzverwalter die Hand darauf hatte. Kürzlich hat Insolvenzverwalter Mirko Möllen den Kraftstoff zum Abtransport freigegeben und schon tut sich eine weitere Hürde auf: Der Weg vom Tanklager zur Autobahn.

„Den Diesel auf der Straße abzutransportieren wird nicht möglich sein“, sagt jetzt Jakob Linka von der Verwaltung der staatlichen Materialreserven der Republik Tschechien (VSMR). Vor einem Jahr schien seinem Vorgesetzten Pavel Vagr der Transport über die Straße noch unwirtschaftlich. Nun gibt es ein anderes Hindernis, wie er sagt. Aufgrund einer Ruhezone würden die örtlichen Behörden nur fünf Lastwägen am Tag passieren lassen. Da aber 2500 Lastwägen nötig wären, das Tanklager zu entleeren, würde der Transport entsprechend 500 Tage in Anspruch nehmen. In den Rathäusern von Krailling und Germering ist Erleichterung zu spüren, dass der Abtransport nun über die Schiene erfolgen muss. Doch in beiden Orten ist nicht bekannt, von welcher Ruhezone die Rede ist.

„Die Tschechen haben mich nicht gesprochen“, sagt Germerings Bürgermeister Andreas Haas. Wenn ein Rathausmitarbeiter auf eine mögliche Durchfahrt von 2500 Lastwägen angesprochen worden wäre, „bin ich mir sicher, dass ich das gehört hätte“, sagt er. Haas findet einen derartigen Durchgangsverkehr für Unterpfaffenhofen unzumutbar. „Das ist schlichtweg indiskutabel“, sagt er. Auch wenn er nicht wisse, woher die Tschechen diese Information nähmen, sagt er: „Natürlich legen wir keinen Wert darauf, dass das Tanklager auf einmal über unsere Straßen entleert wird.“ Kraillings Geschäftsleiter Franz Wolfrum sagt für die Straßen in seinem Gemeindegebiet, „es gibt keine Stückzahlbegrenzung“. Aber auch Krailling bevorzuge den Schienenverkehr. Er sagt: „Es ist natürlich nicht zwingend gewünscht, dass so viele Laster durch das Gemeindegebiet fahren.“ Doch auch der Transport über die Schiene ist nicht einfach, denn die Gleise sind kaputt und daher gesperrt (wir berichteten). Sie müssen also repariert werden. „Wir warten auf einen Kostenvoranschlag der Firma Strabag“, sagt Linka. Seine Vertreter seien daher derzeit damit beschäftigt, die Frist für die Leerung des Tanklagers zu verlängern. Insolvenzverwalter Möllen hatte diese bis 30. April gesetzt. Er sagt: „Die VSMR kennt die Gleismängel seit 2015 und ihr liegen auch seit 2015 konkrete Kostenangebote zur Sanierung vor. Die VSMR hat aber die Übernahme der Sanierungskosten bis Ende 2015 kategorisch ablehnt beziehungsweise keine Kostenübernahme zugesagt.“ Möllen ist der Meinung, die VSMR hätte das Gelände längst sanieren und die Voraussetzungen für einen raschen Abtransport schaffen können.

Victoria Strachwitz

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