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Robert Kühn von Auto Arnold in Gräfelfing verkauft inzwischen weniger Diesel an Private, dafür mehr an Firmen.

Mehr Neuwagen-Zulassungen

Der Diesel bleibt im Würmtal beliebt

Deutschlandweit nimmt die Zahl der Neuzulassungen für Dieselautos ab. Für das Würmtal trifft dies nicht zu. In zwei Gemeinden erfreuen sich Dieselmotoren gar wachsender Beliebtheit.

Würmtal – Der Diesel genießt derzeit keinen guten Ruf. Fahrverbote in einigen Städten Deutschlands drohen. Dazu der VW-Skandal. Doch Autobesitzer im Würmtal scheint dies nur bedingt zu irritieren. Bestellen sie einen Neuwagen, schrecken sie nicht vor dem Dieselmotor zurück.

Noch im März sagte Robert Kühn vom Autohaus „Ford Arnold“ in Gräfelfing: „Die Kunden lassen Diesel links liegen.“ Doch so deutlich fällt die Statistik der für das Würmtal zuständigen Zulassungsstellen in den Landkreisen Starnberg und München nicht aus. Im Jahr 2015 wurden im Würmtal in den ersten drei Quartalen 906 neue Fahrzeuge mit Dieselmotor zugelassen, 916 waren es 2016 und 891 sind es heuer. Kühn bleibt bei seiner Aussage: „Dem Privatmann konnte ich in den vergangenen Monaten keinen Diesel verkaufen.“ Aber die Gewerbetreibenden seien nicht abgeneigt, denn diese leasten, erklärt er. Das Risiko der späteren Vermarktung träfe sie nicht. Kühn erklärt daher heute, er verkaufe nicht weniger Dieselfahrzeuge als früher, nur weniger an Privatleute.

Deutliche Rückgänge bei den Neuzulassungen verzeichnet der Diesel in Planegg (2015: 358, 2017: 251) und Gauting (2015: 156, 2017: 117). Die Neurieder sprechen ihm nahezu unverändert zu (2015: 62, 2017: 59).

In Gräfelfing gingen die Zahlen in den vergangenen Jahren sogar deutlich nach oben. 240 Diesel-Fahrzeuge wurden 2015 in der Gartenstadt neu zugelassen, heuer waren es 331. Zum Vergleich: Benziner wurden heuer bislang 224 zugelassen, das entspricht etwa dem Wert von vor zwei Jahren.

Auch die Kraillinger schwimmen gegen den bundesweiten Strom, was die Treue zum Dieselmotor betrifft. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2015 wurden 90, heuer 133 neue Dieselfahrzeuge zugelassen. Dort wie fast überall im Würmtal, ist der Kauf eines Neuwagens zunehmend beliebt. Das bestätigt Kühn. Er nennt drei Gründe: Aufgrund der Niedrigzinsen investierten viele Privatleute in ein neues Auto. Die gut gefüllten Auftragsbücher der Gewerbetreibenden führten dazu, dass sich diese neue Fahrzeuge leisteten. „Den Gewinn will keiner versteuern, also wird versucht, Käufe zu tätigen“, erklärt er. Der dritte Grund für die guten Umsätze seiner Branche im Würmtal sei der Zuzug.

Was die gestiegenen Zulassungszahlen bei Neuwagen insgesamt betrifft, bildet Planegg allerdings eine Ausnahme. Dort wurden in den ersten drei Quartalen der Jahre 2015 noch 455 Fahrzeuge zugelassen, heuer sind es 380. In Neuried stieg die Zahl hingegen im gleichen Zeitraum von 143 auf 150. In Gauting von 325 auf 348. In Gräfelfing gar von 478 auf 576 Fahrzeuge. In Krailling von 150 auf heuer 258. Damit folgen die Bewohner fast aller Würmtal-Gemeinden dem deutschlandweiten Trend, den auch das Kraftfahrt-Bundesamt feststellt: Die Zahl der zugelassenen Personenkraftwagen steigt. Eine Wende, weg von den traditionellen Verbrennungsmotoren, ist im Würmtal dabei noch nicht zu erkennen. Flüssiggas findet kaum Freunde. Elektroautos erfreuen sich etwas größerer und steigender Beliebtheit. Dennoch haben Diesel- und Benzinmotoren deutlich mehr Anhänger im Würmtal.

Victoria Strachwitz

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