Ekelhaft: Hundekot in Briefkästen landet im Briefzentrum

Krailling - Seit zwei Wochen wirft ein bisher Unbekannter Tüten mit Hundekot in Kraillinger Briefkästen. Im Briefzentrum hat sich die Sauerei rasant ausgebreitet.

Er füllt Hundekot in Tüten und wirft sie in Briefkästen der Deutschen Post. Am 17. August schlug der Unbekannte zum ersten Mal zu. Der Hundekot-Beutel war nicht richtig verschlossen – Briefe und Postkarten, die sich im Briefkasten befanden, wurden verschmutzt. Zwischen 16 und 18 Uhr leerte der zuständige Postbote nichts ahnend den Kasten. Der ekelhafte Inhalt kam erst im Briefverteilerzentrum Starnberg-Schorn zum Vorschein. Dort kam es zu einem regelrechten „Domino-Effekt“, wie es im Polizeibericht des Polizeipräsidiums München heißt. Auf dem Verteilerband kamen die verschmutzten Sendungen mit anderen Briefen und Postkarten in Berührung. „Dutzende Sendungen wurden verunreinigt, von der Geburtstagskarte über Rechnungen bis zum Kondolenzschreiben“, berichtet Erwin Nier, Pressesprecher der Deutschen Post. In mühsamer Kleinstarbeit mussten Förderband und Briefe gereinigt werden. Briefe und Postkarten wurden in Plastikbeutel eingeschweißt und an den Absender zurückgeschickt. Die Leidtragenden sind die Kraillinger Kunden der Post.

Seit Mitte August schlug der Unbekannte mittlerweile dreimal zu. Immer in Krailling im Bereich der Rudolf-von-Hirsch-Straße und an der Pentenrieder Straße. Diesen Bereich werde die Planegger Polizei nun verstärkt überwachen, sagt Erich Greiner, Vize-Chef der Planegger Polizei. Auch die Post setzt alles daran, den Täter zu fassen. „Wir haben eine Security-Abteilung, die jetzt aktiv wird“, teilt Nier mit.

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Wird der Täter gefasst, sind strafrechtliche Konsequenzen jedoch unwahrscheinlich. „Es geht hier um Sachbeschädigung mit geringem Schaden“, erläutert Greiner. Das Verfahren werde in solchen Fällen meist eingestellt. „Das Schlimmste ist der Imageverlust der Post“, findet Greiner. Ist der Täter gefasst, kann die Post ihn auf zivilrechtlichem Weg zur Verantwortung ziehen – und das kann teuer werden. „Wir hoffen, dass die Anwohner die Augen offenhalten“, so Nier. Die Post stehe in Krailling vor einem Rätsel. „Die Frage ist, wen der Täter damit treffen will, die Leidtragenden sind die Kraillinger.“ Mit Schabernack habe das nichts mehr zu tun, findet Nier. „Da steckt Boshaftigkeit dahinter.“ Hinweise nimmt die Polizei in Planegg unter Telefon 899 25-0 entgegen.

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