Bekam bei der Probe Gänsehaut: David Schwarz, Komponist der „Missa St. Elisabetha“, die am Sonntag in der Planegger Pfarrkirche St. Elisabeth uraufgeführt wird. Foto: Dagmar Rutt Mit sechs Jahren erhält er erstmals KlavierunterrichtAls Teenager beginnt Schwarzzu komponieren

Messe des Kraillingers David Schwarz wird uraufgeführt 

Doppelte Premiere in St. Elisabeth

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Der Kammerchor von Musica Sacra singt am Christkönigssonntag die „Missa St. Elisabetha“ in der Planegger Pfarrkirche St. Elisabeth. Es ist eine doppelte Premiere.

Planegg/Krailling–Die „Missa St. Elisabetha“ ist die erste Messe, die Musica Sacra in Auftrag gegeben hat, und auch die erste Messe des Komponisten David Schwarz. Er wird bei der Uraufführung dabei sein.

Musica Sacra, sagt der Künstlerische Leiter Ludwig Götz, habe es sich zur Aufgabe gemacht, „die Jugend nicht nur im Gesang zu fördern“. David Schwarz kennt er über dessen Mutter, die Kraillinger Geigerin Katharina Lindenbaum-Schwarz, die selbst Konzerte für Musica Sacra gibt.

Seit drei Monaten probt das Collegium vocale

Vor zwei Jahren vertonte David Schwarz für den Jugendchor von St. Elisabeth ein Stück mit österlichem Text („Tristis est anima“), das Götz’ Schützlinge in der deutschen Gemeinde in Rom aufführten. Vergangenes Jahr kam dann der Auftrag, eine Messe zu schreiben, „die nächste Stufe“, wie David Schwarz sagt. Ein halbes Jahr arbeitete er an Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei, seit drei Monaten probt das Collegium vocale unter Götz’ Leitung das 20-minütige Werk für einen fünfstimmigen Chor mit zwei Sopranen, Alt, Tenor und Bass. Götz sagt: „Ich finde es hervorragend gelungen. Es ist wirklich etwas Neues.“

Ergänzt wird die Messe, die Teil des Festgottesdienstes am Sonntag, 24. November (10.45 Uhr), ist, durch eine eigens entwickelte Videoinstallation der Münchner Videokünstlerin und Performerin Manuela Hartel. Schwarz und Hartel haben bereits einige Male zusammengearbeitet. „Sie findet gut eine optische Entsprechung der Musik, die ich schreibe. Es ist eine Ästhetik, die ineinander übergehen kann.“

Der 36-jährige Schwarz kommt aus einem musischen Haushalt, der Vater ist im Münchner Kulturreferat beschäftigt, die Mutter Geigerin am Nationaltheater Mannheim. Auch seine vier Geschwister sind musikaffin. Der jüngere Bruder Tobias studiert Gesang in Freiburg.

Mit 17 für klassische Ausbildung das Gymnasium verlassen

David Schwarz begann mit fünf mit dem Klavierspielen, mit sechs erhielt er erstmals Unterricht. Gegen Ende der Grundschulzeit wurde Fußball wichtiger, als Teenager rückte die Musik wieder mehr in den Vordergrund. Schwarz bewarb sich beim Richard-Strauss-Konservatorium in München und wurde genommen. Mit 17 und noch vor dem Abitur verließ er das Gymnasium, um eine klassische Ausbildung zu genießen. „Weil Musik einfach alles ist“, sagt er. „Für mich gab es Tage, an denen ich mich nicht vom Instrument entfernt habe und daran erinnert werden musste, etwa zu essen.“ Bei Leonid Chizhik studierte er später in Weimar und München Jazzklavier, mit 29 macht er seinen Master in Filmkomposition in Potsdam-Babelsberg.

In seiner ersten Band „Poached Egg“ spielte Schwarz Schlagzeug. Die Würmtaler Schüler tourten mit eigenen Liedern und Jimi-Hendrix-Stücken durch die Freizeitheime, heute konzentriert er sich auf Klavier, Synthesizer und Orgel. Mit seiner Frau Maren Kessler spielt er in der Indie-Rock-Band Maren Montauk, außerdem ist er der Keyboarder der Band Mr. Bugslow, die sich auf elektronischen Jazz verlegt hat. Er nennt beides „Kollektivbands, wo alle Beteiligten mitkomponieren. Der eine steuert ein Harmonieschema hinzu, der andere eine Melodie.“ Die Musiker hat er während seines Studiums in Weimar kennengelernt. Schwarz: „Weimar ist eine kleine Stadt, in der es fast nur Studenten und Touristen gibt. In den Nischen und Kaschemmen bilden sich auch tolle künstlerische Projekte heraus“, sagt Schwarz, der sich gerne an die Jamm-Sessions mit Kommilitonen erinnert. Heute sei man über ganz Deutschland verteilt und treffe sich zum Proben meist in Berlin, wo Schwarz auch eine Zeit lang lebte.

Als Teenager mit dem Komponieren begonnen

Mit dem Komponieren begann Schwarz als Teenager, als er wieder anfing, klassische Stücke zu spielen und zu improvisieren. Ein Instrument braucht er nicht zwingend dafür. „Man singt sich innerlich diese Phrasen vor und versucht, wie sich so ein Wort in Melodie verwandeln lässt. Das ist oftmals der erste Ansatz.“ Später könne es sein, dass der Prozess an Klavier, Synthesizer oder Orgel übertragen werde. Schwarz arbeitet auch gern im Zug, mit Kopfhörer abgeschottet von den Mitreisenden. Die vorbeiziehende Landschaft inspiriere ihn.

Schwarz besuchte eine der Proben des Collegium vocale. „Leider war die noch im Probenraum. Man komponiert oft Pausen, wo der Hall reinschwappt. Das macht im trockenen Probenraum nicht so viel her.“ Am Sonntag wird er den Festgottesdienst besuchen. Er ist sich sicher: „Es wird toll sein zu merken, wie diese Stimmen mein eigenes Werk sind. Bei der Probe hatte ich die ganze Zeit Gänsehaut.“

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