Sachsens Ministerpräsident Tillich tritt zurück

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Umgehungsstrasse in Gräfelfing

Verkehr zwingt zum Handeln

Gräfelfing - Der drohende Verkehrskollaps auf der Pasinger Straße in Gräfelfing zwingt die Kommunalpolitik zum Handeln.

Der Bürgerentscheid von 2013, der die Umgehungsstraße zwischen Autobahn und Würmtalstraße zu Fall brachte, hängt der Gemeinde Gräfelfing nach wie eine unverheilte Wunde. Denn das Problem der überlasteten Staatsstraße samt Ausweichverkehren in den Wohngebieten ist ungelöst. Das lässt sich täglich beobachten, wenn der Rückstau von der Kreuzung bei der Autobahn bis zum Friedhof reicht, während Würm-, Wandlhamer-, Rottenbucher- und Lochhamer Straße im Schleichverkehr ertrinken.

Im Gemeinderat kristallisieren sich drei Meinungsgruppen zu diesem Thema heraus, teils quer durch Fraktionen: Die erste, angeführt von Bürgermeisterin Uta Wüst, propagiert eine so genannte kommunale Entlastungsstraße. Diese würde sich nur marginal von der im Bürgerentscheid abgelehnten Umgehungsstraße unterscheiden und müsste von der Gemeinde bezahlt werden. Allerdings würde sie ein Drittel des Verkehrs von der Pasinger Straße aufnehmen und so auch bei der prognostizierten Verkehrszunahme bis 2030 das gesamte Straßennetz leistungsfähig erhalten. Zu dieser Gruppe bekannten sich in der Sitzung des überörtlichen Ausschusses am Donnerstag Mathias Pollok (IGG), Günter Roll (BVGL), Petra Schmid (CSU) und Katharina Weber (Grüne).

Die zweite Gruppe, angeführt von Teilen der CSU-Fraktion, sieht zwar ebenfalls Handlungsbedarf, will aber keinesfalls diese Parallelstraße samt zweiter Autobahnanschlussstelle, ohne die Staatsstraße und alte Anschlussstelle zu schließen – sprich: sie hält am Ratsvorschlag im Bürgerentscheid fest. Diese Sicht vertraten Thomas Heidenreich und Marion Appelmann (beide CSU).

Und schließlich gibt es eine kleine Gruppe von Gemeinderäten, die all dies ablehnen, freilich ohne einen Gegenvorschlag zu machen. Ihr Wortführer war am Donnerstag Jörg Scholler (FDP). Auch Franz Lang (SPD) sprach sich gegen besagte Lösungsvarian-ten aus und beschränkte sich auf die Feststellung, in den letzten neun Monaten seit der ersten Präsentation des Themas im Gemeinderat sei nicht genug Zeit gewesen, es zu beraten.

Die emotional geführte, einstündige Debatte (ausführlicher Bericht folgt) endete ohne Beschluss. Nun sollen die Fraktionen sich zunächst intern beraten, ehe das Thema im Januar den Bauausschuss und den Gemeinderat wieder beschäftigen wird.

Martin Schullerus

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