Drohpotenzial für die Verhandlungen

- Mobilfunk: Klägerin hilft Gemeinde

VON MARTIN SCHULLERUS Gräfelfing - Eine Gräfelfingerin wehrt sich gegen eine Mobilfunkantenne in ihrer Nachbarschaft. Mit einer Klage will sie das Landratsamt zwingen, gegen den Betreiber der Anlage, T-Mobile, vorzugehen. Auch wenn der Erfolg fraglich erscheint, tut Ira Bauer mit diesem Schritt der Gemeinde einen Gefallen.

Am Mittwoch trafen sich Bernhard Schiefer, Vorsitzender Richter am Bayerischen Verwaltungsgericht, Vertreter der Funkturm GmbH, des Landratsamtes, der Gemeinde sowie der Klägerin zum Ortstermin vor dem Haus Bahnhofstraße 77. Die Antenne auf dem Dach sorgt bei Ira Bauer, deren Haus in unmittelbarer Nachbarschaft steht (Grawolfstraße 2) für schlaflose Nächte.

In der mündlichen Verhandlung, der etwa 30 Gräfelfinger Bürger beiwohnten, machte Richter Schiefer deutlich, dass nach seiner Rechtsauffassung die Nachbarin das Landratsamt nicht zwingen könne, gegen die Antenne vorzugehen. Allenfalls das Häuschen im Garten, das die Technik birgt, könne zum Problem werden, weil es die Abstandsfläche zur Grudstücksgrenze nicht einhalte.

Schnell einigten sich sämtliche Beteiligte auf einen Kompromiss, den just Frank Sommer, Bauers Rechtsbeistand und Grünen-Gemeinderat in Gräfelfing, vorgeschlagen hatte: Das Verfahren soll ruhen, bis die Gemeinde und die Mobilfunkanbieter sich auf das Gräfelfinger Konzept für Standorte außerhalb der Wohngebiete geeinigt haben. Gräfelfings Ex-Bürgermeister Eberhard Reichert pflegte ein solches Drohpotenzial als "Messer in der Tasche" zu bezeichnen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentare