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Aus Israel angereist: Zwi Katz und Ehefrau Esther.

Gedenken an Todesmärsche

Ehemaliger KZ-Häftling kommt zum Gedenkmarsch

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Planegg - Zwi Katz (88) war KZ-Häftling in den Lagern bei Kaufering und Landsberg. Zum Gedenkzug an den Todesmarsch am Samstag reist er ins Würmtal, zum wiederholten Mal.

Planegg – Der ehemalige ARD-Korrespondent Friedrich Schreiber, 84, nennt ihn „unser teuerer Freund“: Zwi Katz, 88, war KZ-Häftling in den Lagern bei Kaufering und Landsberg. Ende April vor nunmehr 71 Jahren wurde der litauische Jude mit tausenden anderen Häftlingen in Todesmärschen durch halb Oberbayern getrieben – erst von Landsberg nach Dachau, von dort ins Oberland. Eine bis heute nicht bekannte Zahl von Häftlingen starb qualvoll. Zwi Katz überlebte mit viel Glück, seinen Bewachern entkam er nur, weil er sich tot stellte und auch auf die Bemerkung „der ist kaputt“ nicht reagierte. Auf der Landstraße zwischen Waakirchen und Reichersbeuern wurde er schließlich befreit. Später, 1948, emigrierte er nach Israel, wo er heute mit seiner Ehefrau Esther lebt.

Für einen Erinnerungsmarsch ist Katz, obwohl gesundheitlich angeschlagen, nun erneut ins Würmtal gereist. Er war schon oft vor Ort, ist fast ein alter Bekannter. An diesem Samstagnachmittag findet zum nunmehr 19. Mal der Würmtaler Gedenkzug statt – Schüler der Würmtaler Gymnasien und Bürger der umliegenden Ortschaften laufen zwischen Lochham (ab 13 Uhr) im Norden und Gauting (17.15 Uhr) im Süden eine Strecke des damaligen Todesmarsches ab und halten an den Todesmarsch-Mahnmalen Gedenkminuten ab.

Der ehemalige Israel-Korrespondent Schreiber hat den Erinnerungszug organisiert. Er kennt Katz seit 1992. Damals drehte er einen Film über die Einweihung des Todesmarsch-Mahnmals in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. „Da habe ich Zwi Katz interviewt, und als er erzählte, hat er vor laufender Kamera geweint.“ Später, nach seiner Rückkehr nach Gräfelfing, engagierte sich Schreiber in einer Bürgerinitiative zur Erinnerung an den Todesmarsch.

Beim Gedenkzug am Samstag lesen Schüler aus dem Erinnerungsbuch von Zwi Katz „Von den Ufern der Memel ins Ungewisse“. Und dann wird Zwi Katz noch eine Urkunde erhalten: Der Verein „Gedenken im Würmtal“ ernennt ihn zum Ehrenmitglied. dirk walter

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