Die alte und neue Führungsetage der Feuerwehr Krailling (v.l.): Robert Siebler (Kassier), Peter Bauch (2. Kommandant und 2. Vorsitzender des Feuerwehr-Vereins) sowie Richard Siebler (Kommandant und Vorsitzender des Feuerwehr-Vereins). f: js

Eigenlob der Bürgermeisterin sorgt für Irritation

Krailling - Es hätte eine ganz normale Feuerwehrversammlung werden können. Doch die Rede der Bürgermeisterin Christine Borst könnte Folgen für das politische Klima in den nächsten Monaten haben.

Es hätte eine ganz normale, unspektakuläre Feuerwehrversammlung werden können. Es standen zwar Neuwahlen an. Doch alle bisherigen Ämterinhaber wollten weitermachen und Gegenkandidaten waren auch nicht in Sicht gewesen. So ist Richard Siebler auch nach der Jahresversammlung am Freitagabend Erster Kommandant der Kraillinger Feuerwehr und Erster Vorsitzender des dazugehörigen Feuerwehrvereins. Peter Bauch bleibt in beiden Fällen sein Stellvertreter und Robert Siebler ist alter und neuer Kassier des Vereins. Auch die Kasse stimmte und die Mitgliederzahlen sind stabil. So war alles in Ordnung.

Bemerkenswert aber war zum einen die Stimmauszählung, die für den einen, kleineren Aufreger sorgte. Sie ergab, dass Richard Siebler nur eine Stimme mehr erhalten hatte als nötig, um ihn im Amt zu bestätigen. Siebler blickte zunächst richtig verdutzt drein. Doch als der Wahlleiter die Einzelheiten verlas, entspannten sich seine Gesichtszüge nach und nach wieder. Bei lediglich zwei ausdrücklichen Nein-Simmen und einem nicht unerheblichen Anteil ungültiger oder in die falsche Urne geworfener Stimmzettel dürfte das knappe Resultat weniger ein Misstrauensvotum gegen Siebler gewesen sein, als vielmehr eine Folge des etwas unglücklichen Wahlprozederes.

Den größeren Aufreger lieferte die Bürgermeisterin, möglicherweise mit Folgen für das politische Klima in den nächsten Monaten. Christine Borst (CSU) stellte in ihrer Ansprache einen direkten Zusammenhang zwischen den Mehrheitsverhältnissen im von der CSU dominierten Gemeinderat und dem Wohl der Feuerwehr her. Die Opposition habe so oft gegen für die Feuerwehr wichtige Entscheidungen gestimmt, dass es wichtig sei, dass es auch weiterhin eine eindeutige Mehrheit gebe. FDP-Gemeinderat Sebastian Sefzig, der auf der Veranstaltung als Gast zugegen war, kommentierte diese Äußerung gegenüber dem Münchner Merkur so: „Frau Borst hat schon jetzt den Wahlkampf eröffnet.“

Auch den Feuerwehrlern selbst hatte die Einlage nicht gefallen. Richard Siebler, selbst CSU-Gemeinderat, schaute nicht gerade glücklich drein, als Borst zwei Plätze neben ihm gegen die politischen Kontrahenten wetterte. Gerhard Müsch, Schriftführer des Feuerwehrvereins, ließ in seinem Bericht die eindeutig an Borst adressierte Bemerkung fallen, dass „die Feuerwehr gänzlich unpolitisch“ sei.

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