Gerichtsurteil

Eigentümer dürfen Bäume fällen

In dem seit Jahren schwelenden Streit um die Fällung von zehn Bäumen in der Kraillinger Wohnanlage zwischen Pentenrieder Straße, Sperber- und Stieglitzweg gibt es nun endlich ein Urteil.

KraillingDas Verwaltungsgericht sieht die grünordnerische Festsetzung des Bebauungsplans als hinfällig an. Damit benötigen die Eigentümer des Areals keine rechtliche Erlaubnis zur Fällung durch die Gemeinde mehr. Die Eigentümer der Kraillinger Wohnanlage mit 193 Wohneinheiten hatten nach Ablehnung eines entsprechenden Antrages gegen die Gemeinde geklagt. Und haben nun Recht bekommen.

Zankapfel waren zehn Bäume, die wegen Verschattung beseitigt, und fünf weitere, die beschnitten und ausgedünnt werden sollten. Der Gemeinderat konnte damals die Gründe für eine Fällung nicht nachvollziehen. Auch das dann angerufene Landratsamt wies die Eigentümergemeinschaft ab. Für den Anwalt der Klägerin, Patrick Bühring, schien allerdings die Sache bei dem durch das Gericht angeordneten Augenschein-Termin im vergangenen September bereits eindeutig: „Wir halten den Bebauungsplan für dieses Grundstück schlicht für unwirksam.“

Der mehr als 40 Jahre alte Plan sah pauschal vor, dass der gesamte Baumbestand erhaltungswürdig sei. Eine nicht mehr zeitgemäße Festschreibung, sagte Bühring. Laut dem Urteil ist der komplette Baumbestand nun bis zum Inkrafttreten der neuen Grünordnung, die sich momentan in der Planung befindet, nicht mehr geschützt, so Umweltreferentin Susanne Brittinger von der Gemeinde. Als vorübergehendes Mittel erwägt die Gemeinde jetzt, eine Veränderungssperre zu erlassen. Über dieses verwaltungstechnische Instrument wird der Gemeinderat auf seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 28. November, entscheiden. So lange dürfen die Eigentümer der Wohnanlage die Bäume allerdings fällen, wie es ihnen beliebt. Die zehn Bäume, die Auslöser des Rechtsstreits gewesen waren, wurden bereits abgesägt.

Carolin Högel

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