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Die vier Meter hohe Nordmanntanne in der Planegger Kirche St. Elisabeth ist für Heiligabend geschmückt. Dafür brauchte es viele fleißige Hände der Pfarrjugend.

St. Elisabeth

Eine Helfer-Brigade für den Weihnachtsbaum

Weihnachten und Tannenbaum: In vielen Familien bildet das Aufstellen des Weihnachtsbaumes zugleich den Auftakt für die Feiertage. So ist das auch in der katholischen Kirche St. Elisabeth in Planegg.

Planegg – Obwohl der Tannenbaum auf alte germanische Bräuche zur Wintersonnwende zurückgeht, gehört er wie die Christmette zur deutschen Weihnacht. Damit die Kirchen pünktlich zum 24. Dezember in festlichem Licht erstrahlen, bedarf es vor den Feiertagen einer ganzen Brigade von Helfern. In St. Elisabeth trifft sich die Katholische Pfarrjugend deshalb jedes Jahr nach dem dritten Adventssonntag, um den Baum aufzustellen.

Am Freitagnachmittag war es wieder soweit: Gegen 17 Uhr drang durch die weit geöffneten Kirchentüren fröhliches Stimmengewirr hinaus auf die Planegger Bahnhofstraße. Eine Handvoll erwachsene Helfer versuchten den Tatendrang von rund 20 Kindern und Jugendlichen in sinnvolle Bahnen zu lenken. Nein, über die Kirchenbänke klettern oder gar hüpfen ist keine gute Idee! Das Entwirren von Lichterketten schon eher. Auch die unzähligen Strohsterne haben im Sommerquartier gelitten. Ihre Bändchen sind miteinander verknotet und sollen von den Kindern wieder voneinander getrennt werden. Dieser mühseligen Arbeit hat sich der 14-jährige Lorenz Danner zusammen mit einem Freund angenommen. Währenddessen beobachten sie die Fortschritte am Baum, um dessen Mitte weitere Helfer gerade eine Lichterkette wickeln. Die Spitze der gut vier Meter hohen Nordmanntanne haben die Freiwilligen noch vor dem Aufstellen geschmückt. Denn wenn der Baum erst einmal steht, kommt man oben nicht mehr dran – auch nicht auf der Leiter. Auf der balanciert jetzt ein junger Mann, während ihm ein anderer Helfer, Korbinian Kellner, von unten zur Hand geht, also die Leiter hält und die Strohsterne und Lichterketten reicht.

Die Sterne hatte einst die Pfarrjugend selbst gebastelt, weiß Friederike Tschochner zu berichten. Inzwischen hängen aber gekaufte Sterne am Baum, die alten haben sich irgendwann aufgelöst. Früher brannten sogar „echte“ Kerzen auf dem Baum. Die wurden irgendwann von elektrischen Lichterketten abgelöst. Tschochner meint auch, dass die Tanne einmal von irgendjemandem gestiftet worden sei. Inzwischen kauft die Pfarrei den Baum bei Harry Bittner, der seit Jahren im Biergarten des Pe.Es.-Kottmeier Christbäume anbietet. Aber er liefert die vier bis fünf Meter hohe Tanne immerhin vor die Kirchentür. Von dort schleppen sie die freiwilligen Helfer zu ihrem Bestimmungsort neben dem Altar. Zwei bis drei Stunden sind die dann beschäftigt, bis der Baum repräsentativ genug für die Christmette ist.

An diesem Freitag hat Korbinian Kellner noch einige kleine „Korrekturvorschläge“ für die Baumschmücker. Die Sterne sind nicht gleichmäßig platziert und überhaupt: Hängt der ganz oben nicht schief? Unterstützt wird er von Pfarrjugendleiterin Antonia Müller. Zwischendurch rufen sie immer mal wieder die Kinder zur Räson, die mangels Beschäftigung auch schon mal den ein oder anderen Strohstern auf dem Kopf eines Mitstreiters „zwischenparken“. Doch am Schluss heißt es dann wie jedes Jahr: „Blüh’ denn, leuchte, goldner Baum, Erdentraum und Himmelstraum, Blüh’ und leucht’ in Ewigkeit Durch die arme Zeitlichkeit!“, wie es Ernst Moritz Arndt in seinem Gedicht im Jahr 1847 wunderschön formuliert hat.  mdy

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