Eine Klinik rollt nach Polen

- Wiltrud Wessels größter Transport

VON WERNER SCHIMA Höhenried/Krailling - Seit 21 Jahren schickt Wiltrud Wessel von der Polenhilfe Krailling Lastwagen voll mit Hilfsgütern zum Nachbarn im Osten. Ihr umfangreichstes Projekt läuft derzeit. "Soviel auf einmal war es noch nie", freut sich Wessel. Die komplette Ausstattung von 54 Räumen des Krankenhauses Höhenried wird derzeit demontiert. Sie kommt einer Klinik für Diabetes und Stoffwechselkrankheiten bei Chiechocinek, einem großen Salinen-Kurbad, zugute.

Einmal im Jahr organisiert Wessel einmonatige Hospitanzen für junge polnische Ärzte in Deutschland. Dabei lernte sie Prof. Dr. Gerold Klein kennen und bekam über ihn Kontakt zur Klinik Höhenried. "Vor ein paar Monaten suchte ich nur ein paar Krankenbetten", so Wessel. Dann hörte sie vom Umbau in Höhenried. "Das vorhandene Mobiliar, gut erhalten, wird nicht mehr benötigt", sagt Verwaltungsleiter Hubert Schäfer. Die Entsorgung der Einrichtung verursache Kosten, insofern sei das Krankenhaus froh, dass das Material übernommen werde. "Die Polen konnten erst gar nicht glauben, dass sie so viel bekommen", sagt Wessel.

Der enorme Umfang verursachte Schwierigkeiten. Wessel: "Die Klinik bei Chiechocinek, dem ehemaligen Bromberg, muss den Transport selbst bezahlen." Zwei Sattelschlepper hätten sie schon, weitere seien in Aussicht. Auch der Zoll sei eine Hürde. "Im November und Dezember war ich deshalb in Polen", so Wessel. Codenummern, Lieferbedingungen, Wert der Ware und lange Listen mit allen Einzelartikeln seien ein enormer Aufwand.

Seit knapp einer Woche sind bereits polnische Arbeiter vom Krankenhaus bei Chiechocinek in Höhenried. In Akkordarbeit - "die kennen kein Wochenende", so Schäfer - zerlegen polnische Schreiner, Elektriker und Installateure die Einrichtung transportgerecht. Vom Lichtschalter über Lampen bis zum Krankenbett und Türen wird alles demontiert. Schäfer: "Das Gebäude wird entkernt, sie können abschrauben, was sie wollen." Am Dienstag sollen die Sattelschlepper anrollen und die Hilfsgüter nach Polen transportieren.

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