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Planeggs Bürgermeister Hermann Nafziger (re.) und  Thorsten Brehm, Leiter des Gebäudemanagements im Betriebshof,  präsentieren den neuen Renault Zoe, der rein elektrisch fährt.

Rathäuser im Würmtal

Elektromobilität auf dem Vormarsch

  • Nicole Kalenda
    vonNicole Kalenda
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Elektroautos als Dienstfahrzeuge und Ladesäulenkonzepte fürs Ortsgebiet: Die Gemeinden im Würmtal bemühen sich auf zweierlei Art, den Klimawandel auszubremsen.

Würmtal– Elektroautos boomen in Deutschland. Allein im August wurden 16 000 vollelektrische Pkw zugelassen, dreimal mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das mag am Umweltbonus liegen, den die Bundesregierung im Juli noch einmal erhöht hatte. Oder am zunehmenden Umweltbewusstsein, denn unter Klimagesichtspunkten schneiden batteriebetriebene Autos besser ab, als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Die Gemeinden im Würmtal gehen seit einigen Jahren mit gutem Beispiel voran. 2015 schaffte das Kraillinger Rathaus einen Nissan Leaf als Dienstfahrzeug an, inzwischen wurde dieser durch einen Renault Zoe ersetzt. Das zweite gemeindeeigene Auto, ein Opel Corsa, ist mit Verbrennungsmotor ausgestattet. Die Mitarbeiter des Bauhofs nutzen außerdem ein E-Lastenfahrrad. Was fehlt, sind öffentliche Ladesäulen. „Da gibt es kein Konzept. Und es ist auch keins geplant“, sagt Gemeindesprecher Alexander Broschell.

„Wir sind dran. Das wird in absehbarer Zeit in den Gemeinderat kommen“, sagt Stefan Schaudig, Geschäftsleiter in Planegg, zum Thema Ladesäulenkonzept. Die Gemeinde erweiterte gerade ihren Fuhrpark um ein viertes E-Auto, einen Renault Zoe der neuen Generation mit einer Reichweite von bis zu 395 Kilometern. Dank des Combined Charging Systems (CCS), das mit 50 kW Gleichstrom laden kann, reichen 30 Minuten an der Ladestation in der Rathaustiefgarage für 150 Kilometer Reichweite.

Der Zoe ersetzt einen E-Golf, dessen Leasingvertrag ausgelaufen war. Zusätzlich verfügt die Gemeinde über drei elektrobetriebene Renault Kangoo, die vom Gemeindeboten und den beiden Technikern benutzt werden, die für die 34 Liegenschaften in Gemeindebesitz zuständig sind. „Wir sind mit den E-Autos zufrieden. Bei dem Einsatzbereich, den wir haben, ist das sinnvoll“, so Schaudig. Den Rathausmitarbeitern stehen für Dienstfahrten neben dem Zoe auch zwei Elektroräder und ein E-Lastenrad zur Verfügung. Außerdem verleiht die Gemeinde ein in Martinsried stationiertes E-Lastenrad an die Bürger.

Von den drei Dienstwagen des Gautinger Rathauses ist mit einem Renault Zoe einer elektrisch betrieben, hinzu kommt ein Elektrofahrzeug im Fuhrpark des Bauhofs. Die Verwaltung schaffte 2016 das erste E-Bike an, inzwischen gibt es davon zwei und dazu noch ein E-Lastenrad. Sechs öffentlich zugängliche Ladesäulen stehen im Gemeindegebiet zur Verfügung, um das private E-Auto aufzuladen. Zwei weitere Ladesäulen sind in Planung, „aber kein Ladesäulenkonzept“, wie Andreas Röming, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, sagt.

Die bisher einzige öffentliche Ladestation für Elektroautos in Gräfelfing wurde 2016 an der Ecke Bahnhof-/Steinkirchner Straße eröffnet. Die Technik ist inzwischen veraltet. Der Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität des Gemeinderates beschloss im Juli ein Ladesäulenkonzept. Damit ist Gräfelfing Vorreiter im Würmtal. Der Standort in der Bahnhofstraße soll durch zwei neue Ladesäulen für vier Stellplätze ersetzt werden. Vier weitere Standorte im Gemeindegebiet sind geplant. „Wir schreiben jetzt den Anbieter aus“, sagt Bürgermeister Peter Köstler. „Im Landkreis gibt es in etwa die gleichen Ideen, aber kein einheitliches Konzept.“ Gräfelfing entschied sich dafür, pro Stellplatz eine Pauschale zu bezahlen und dafür die Hälfte der Standgebühren zu erhalten. Um den Bau ab Fundament, Betrieb und Abrechnung muss sich die Gemeinde nicht kümmern.

Neben der Förderung der Elektromobilität im Bereich der Verkehrsinfrastruktur, verfügt die Gemeinde auch über einen Renault Zoe für Dienstfahrten der Rathausmitarbeiter sowie seit Frühjahr 2019 einen E-Kleintransporter für den Bauhof. Dazu gibt es drei E-Bikes und ein E-Lastenrad, das auch Bürgern zur Verfügung steht.

In Neuried läuft es anders. Ein Konzept für öffentliche Ladesäulen sei in Planung, so Wirtschaftsförderin Meike Petro. Elektrofahrzeuge gibt es noch nicht im gemeindlichen Fuhrpark. Das soll sich ändern. So habe man sich für ein Förderprogramm für E-Lastenräder beworben und denke an die Anschaffung eines E-Bikes. Das eine vorhandene Dienstfahrzeug, ein Kleinwagen mit Verbrennungsmotor, werde selten benutzt. Petro: „Unser Bürgermeister fährt alles mit dem Rad.“

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