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Gastgeber mit Ehrengästen: CSU-Ortsvorsitzende Petra Schmid (2.v.re.) und 2. Bürgermeister Peter Köstler (re.) heißen die Landtagsabgeordnete Kerstin Schreyer-Stäblein und Gastredner Martin Neumeyer (MdL) im Gräfelfinger Bürgerhaus willkommen.

Martin Neumeyer (MdL) Gastredner bei Gräfelfinger CSU-Neujahrsempfang

Bekenntnis zu den eigenen Werten

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Gräfelfing - Hunderte Besucher kamen beim Neujahrsempfang der Gräfelfinger CSU am Donnerstag im Bürgerhaus auf ihre Kosten. 

Das lag auch am Gastredner des Abends, dem bayerischen Integrationsbeauftragten Martin Neumeyer, und seinem unverstellten Blick auf die Flüchtlingskrise.

„Die Frau Kanzlerin sagt: Wir schaffen das. Aber ich fühle mich wie Kevin allein zu Haus.“ Mit Sätzen wie diesem, die dem Frust und der Ratlosigkeit ob der Flüchtlingskrise mit einem Schuss hemdsärmeligen Humors die Schärfe nahmen, hatte der Niederbayer Neumeyer sein Publikum schnell auf seiner Seite. Anhaltender Applaus belohnte ihn, und Gastgeberin Petra Schmid durfte konstatieren: „Wir sind auf einer Wellenlänge.“

Und das, obwohl oder gerade weil Neumeyer nicht mehr tat, als die aktuelle CSU-Linie zur Flüchtlingsfrage, garniert mit Kabarettismen, zu servieren – und obwohl das Publikum auch diesmal ein Kaleidoskop der Gräfelfinger Gesellschaft darstellte, mit Vertretern aller Parteien und Gruppierungen, Vereine und Verbände, Kirchen und Institutionen.

„Es gibt ein Deutschland vor Köln und ein Deutschland nach Köln“, so Neumeyer. Nach Köln werde offener über das Flüchtlingsthema diskutiert. Der Redner geißelte einmal mehr das ZDF, das vier Tage gebraucht habe, um über Köln zu berichten, und kritisierte den „Erziehungsjournalismus“. Den Fehler, den Bürger außen vor zu lassen und seine Stimme auf die Wahlkabine zu beschränken, werde die CSU nicht machen.

Zugleich zeigte Neumeyer sich wenig optimistisch. Die europäische Lösung werde so wenig funktionieren wie heute Dublin und Schengen noch in Kraft seien. Die CSU habe es als kleinster Partner in der Koalition schwer. Deshalb nannte der Gast die angedrohte Klage gegen die Politik der Bundesregierung einen „richtigen Weg, die Dinge zu beschleunigen“. Schließlich würden noch Millionen Menschen auf gepackten Koffern sitzen – mit Ziel Europa und speziell Deutschland.

Während die internationale Gemeinschaft mit Aufnahmequoten wie den 20 000 Syrern in den USA versage (Neumeyer: „Das macht Passau an einem Tag“), sei die große gesellschaftliche Leistung von ehrenamtlichen und beruflichen Helfern in Deutschland nicht hoch genug einzuschätzen. Gräfelfing sei da ein glänzendes Beispiel.

Einfache Lösungen gebe es bei diesem Thema nicht, sondern viele Stellschrauben. Allen voran die Ursachenbekämpfung in den Herkunftsländern, etwa die Unterversorgung in den großen Flüchtlingskamps. Dagegen wisse er nicht, „ob es so ratsam ist, sich mit Herrn Erdogan und 3 Milliarden Euro ins Bett zu legen.“

Bayern werde nicht nur klagen, sondern mit einem Integrationsgesetz auch konstruktiv vorangehen, denn immerhin hätten 50 Prozent der Flüchtlinge eine Bleibeperspektive, „und viele der anderen bleiben auch da“. Daher seien strikte Regeln unverzichtbar. Neumeyer: „Warum sollen wir unsere Werte aufgeben?“ Auch bei dem Bekenntnis „Je suis Charlie“ sei es um die Freiheit gegangen. „Und für die müssen wir weiterhin einstehen.“

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