Energiewende nur im kleinen Verbund

Krailling - Kann der Energieverbrauch im Kraillinger Quartier Luitpold-/Elisen-/Margaretenstraße reduziert werden? Eine Machbarkeitsstudie soll Aufschluss geben.

Im Sommer 2014 hat die Gemeinde Krailling die Würmtal-Holding in Kooperation mit dem Büro für die Energiewende (BFDE) beauftragt, eine Machbarkeitsstudie bezüglich einer energetischen Quartierslösung für die Luitpold-, Elisen- und Margaretenstraße durchzuführen. Und der Frage nachzugehen: Wie kann der Energieverbrauch durch den Einsatz von nachhaltig erneuerbaren Energien vor Ort reduziert werden? Die Studie ist abgeschlossen, die Ergebnisse wurden bei einem Informationsabend im Rathaus präsentiert.

Untersucht wurden, so Andreas Jordan, Gutachter des BFDE, inwieweit überhaupt ein Interesse an einer Quartierslösung besteht, wie die gegenwärtige Energieversorgung der Anwohner aussieht und vor allem die Realisierungsmöglichkeiten einer Nahwärmeversorgung für das gesamte Quartier. Wobei bei letzterem vorzugsweise auf eine effiziente Kraft-Wärme-Kopplung zu setzen sei.

Eine gemeinsame Wärme- und Stromerschließung für das gesamte Gebiet wird es nicht geben. Eine Vermutung, die Peter Drausnigg, Geschäftsführer des Würmtaler Regionalwerks, bereits im Sommer geäußert hatte (wir berichteten). Jordan: „Die Siedlungsstruktur ist einfach zu inhomogen.“ Statt einer großen, können die Gutachter sich aber eine Teilquartierslösung vorstellen. Die sei für die Reihenhaussiedlung um die Ringstraße mit einer Erweiterung der geplanten Geschosswohnungsbauten in direkter Nachbarschaft „prinzipiell möglich“. Erstens müsste ein hoher Anschlussgrad von mindestens 70 Prozent, besser 90 Prozent, gegeben sein. Außerdem eigne sich das abgesteckte Gebiet nur dann, wenn es mit einem Nahwärme- und einem Nahstromnetz versehen wird. Als Technologie empfiehlt die Studie für diese Kraft-Wärme-Kopplung den Einsatz eines Blockheizkraftwerks (BHKW), ergänzt durch eine breite Photovoltaik auf den Dächern. Drausnigg teilte die für die Fachleute „eher verblüffende Erkenntnis“ mit, dass in diesem Bereich bis dato auffällig wenig Photovoltaik existiert. Somit liege ein sehr hohes ungenutztes Sonnenstrompotential vor.

Positiv seien ebenso zwei zusätzliche Optimierungsmöglichkeiten, die sich aus der Studie ergeben hätten. Die kämen zwar nur eher wenigen zugute, seien aber energetisch höchst effizient. So sei nach Analyse der Fachleute nicht nur die Erschließung der Abwärme des Abwasserkanals in der Margaretenstraße für das Geschosswohnungsneubauprojekt interessant, sondern ebenso eine gemeinsame Wärmeversorgung durch ein modernes BHKW-System in einer kleinen Verbundlösung, also einzelner Haushalte.

Bezüglich der Machbarkeitsstudie zeigten allerdings einige der anwesenden Eigentümer Bedenken. Sie befürchten sehr hohe private Investitionen zu Beginn, bevor überhaupt Energiekosten eingespart werden.

Als nächsten Schritt soll es einen runden Tisch mit interessierten Anwohnern geben. Hier könnte dann noch einmal tiefergehend auf das Finanzierungsproblem und energetische Verbesserungen am Eigenheim, Stichwort: kleine Verbundlösung, eingegangen werden.

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