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Derzeit wird noch an der Mehrzweckhalle gearbeitet. Das Foto stammt aus dem August. Im April soll die Halle fertiggestellt, aber nicht als Notunterkunft hergenommen werden.

Wieder Turnhallen als Notunterkünfte für Asylbewerber

Engpass betrifft Neuried

Neuried - 145 Asylsuchende muss der Landkreis München pro Woche unterbringen. Die Frage ist weiterhin: wo? Vorübergehend müssen wieder Turnhallen als Notunterkunft herhalten – wohl bald auch in Neuried.

Es sind Zeilen, die neun Gemeinden aufhorchen lassen. Neun E-Mails hat Landrat Christoph Göbel in der vergangenen Woche verschickt, unter anderem an die Gemeinde Neuried. Das Thema: Engpass bei Flüchtlingsunterkünften. Dieser besteht weiterhin, weil der Landkreis München verpflichtet ist, wöchentlich 145 Asylsuchende verteilt auf den ganzen Landkreis aufzunehmen.

Zwar werden im Großraum München bereits neue Unterkünfte gebaut, doch es verzögert sich, bis diese fertiggestellt sind. Daher sieht sich das Landratsamt, wie berichtet, gezwungen, „erneut auf Turnhallen als vorübergehende Notunterkünfte zurückzugreifen“, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Göbel war es wichtig, die Öffentlichkeit über die anstehenden Schritte zu informieren. „Vorübergehend“ heißt Göbel zufolge sechs bis acht Wochen. „Länger ist die Belegung nicht geplant“, bekräftigte der Landrat gestern gegenüber unserer Zeitung. Die Gemeinde Neuried taucht in einer Prioritätenliste auf, in der zudem die Kommunen Straßlach-Dingharting, Baierbrunn, Grasbrunn, Pullach und Feldkirchen stehen. Sauerlach, Hohenbrunn und Unterhaching werden unterdessen nachrangig betrachtet.

In der Prioritätenliste finden sich die Gemeinden, in denen bis dato keine Turnhalle als Notunterkunft genutzt wurde beziehungsweise Kommunen, die bislang nur wenige Flüchtlinge aufgenommen haben – und dazu zählt unter anderem Neuried.

Fest steht laut Göbel aber, dass die neue Turnhalle, die im April fertiggestellt werden soll, nicht in Betracht gezogen wird. „Wir brauchen ab Februar eine Notunterkunft, nicht ab April.“ In welcher Halle diese eingerichtet werden soll, will der Landkreis in Absprache mit der Gemeinde prüfen. „Es steht gar nichts fest“, sagte Göbel. Klar ist, dass es in Neuried nur wenige Alternativen gibt. Es bleibt eigentlich nur die Turnhalle im Sportpark, die der TSV von der Gemeinde gepachtet hat. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir uns mit dem TSV verständigen“, sagte Göbel auf Nachfrage. Die Möglichkeit soll zumindest geprüft werden, wobei es bislang keine Gespräche zwischen TSV und Landkreis gab.

Laut Harald Zipfel, Bürgermeister der Gemeinde Neuried, hat die Kommune kein Grundstück, auf dem im Februar eine vorübergehende Notunterkunft eingerichtet werden könnte. „Wir sind bemüht, haben aber keine Grundstücke“, so Zipfel. Die Unterkunft am Maxhofweg, in der 96 Asylbewerber wohnen können, ist erst in drei bis vier Monaten fertig.

Falls in einer Halle Schäden entstehen, wie in Gräfelfing durch die Nutzung der Dreifachhalle am Kurt-Huber-Gymnasium, ist laut Göbel der Staat beziehungsweise Landkreis verantwortlich. An der Halle des KHG entstanden, wie berichtet, Schäden in Höhe von 575 000 Euro. Dies sei aber eine Ausnahme gewesen. Derart hohe Schäden seien unüblich.

mla

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