Enttäuscht, überrascht, hoffnungsvoll

- Reaktionen auf SUB-Ausstieg

VON CLAUDIA ROTHHAMMER Würmtal - Da ist den Neuriedern die Überraschung gelungen. Mit dem Beschluss, aus dem Projekt Stadt-Umland-Bahn (SUB) auszusteigen (wir berichteten), hatte weder Planegg noch der MVV gerechnet. Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich: hoffnungsvoll bis enttäuscht.

Obwohl die meisten Neurieder Gemeinderäte davon ausgehen, dass die SUB "nie kommt" (Wolf Strehler, FW) und die Machbarkeitsstudie sowieso "ein Flop" sei (Bernd Quintenz, Wählergruppe der BIN), tat sich das Gremium schwer bei der Entscheidung. Sollten weitere Studien abgewartet werden, sollte man sich verpflichten, die Pläne in "städtebaulichen Maßnahmen", wie es im Beamtendeutsch heißt, einfließen zu lassen oder sofort einen Schlussstrich unter das Projekt ziehen?

Die Zusage, die Studie bei künftigen Planungen einzubeziehen, verweigerten alle Gemeinderäte - bis auf die vier SPD-Vertreter, aus deren Reihe leidenschaftliche Plädoyers für die SUB kamen. Dennoch gleich aussteigen, wie die CSU forderte, war den beiden Vertretern der Grünen/Unabhängigen sowie Wolf Strehler und Gottfried Blessing (FW) doch ein Schritt zu viel. Das wiederum ließ Gertrud Reiter-Frick, SPD-Fraktionssprecherin, wieder hoffen. Sie betonte, wie wichtig es sei, über die Zukunft nachzudenken und weiterhin die SUB anzuvisieren. Doch die CSU hatte genug: "Wenn wir jetzt ein positives Signal geben, dann stehen wir in der Schuld der Nachbargemeinden, die sich verlassen, dass wir dann mitbezahlen", so Erich Fischer. Die klare Absage an den MVV fiel mit 10:8 Stimmen.

Beim MVV kam die Entscheidung nicht so gut an. Die Trasse durch Neuried wurde bisher den anderen drei Varianten, die nicht durch die Ortsmitte gehen, vorgezogen. Jetzt werde laut Bernd Emmrich erstmal auf die Reaktionen der anderen Gemeinden gewartet und dann in dieser "entscheidenden Phase" weiter überlegt. Arne Petersen, der die Studie vor drei Monaten in Neuried vorstellte, sagte: "Natürlich ist Neuried ein wichtiger Bestandteil für die SUB. Es wird schwierig, wenn Gemeinden sagen, sie steigen aus." Stefan Schaudig, Geschäftsleiter im blauen Rathaus, betonte hingegen, dass Planegg der SUB bisher positiv gegenüberstehe, besonders im Bezug auf den Uni-Campus in Martinsried. Durch den Ausstieg Neurieds könnten sich jetzt sogar neue Trassenmöglichkeiten auftun, so Schaudig hoffnungsvoll.

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