Evelin de Filippo und Andrea Fieno blicken auf vier erfolgreiche Jahre in Planegg zurück. Mit ihrer Eisdiele Purogelato eroberten sie einen treuen Kundenstamm. Nun suchen sie händeringend nach einem neuen Ladenlokal. Foto: bichlmeier

Erfolg wird Eisdiele zum Verhängnis

Planegg - Purogelato, Planeggs beliebte Eisdiele, steht vor dem Aus. Der Inhaber der Immobilie in der Poststraße verweigert eine Verlängerung des Mietvertrags.

Vier Sommer lang standen die Menschen Schlange vor dem kleinen Laden in der Poststraße, störten sich nicht daran, dass es fast keine Sitzgelegenheiten gab, suchten sich einfach einen Platz auf dem Bordstein und genossen ihr Eis. Über zu wenig Kundschaft konnten sich Evelin de Filippo und Andrea Fieno nie beschweren. Und auch sonst lief eigentlich alles zu ihrer Zufriedenheit. Der fünfte Sommer ist ein besonders schöner und damit wohl ein erfolgreicher. Dennoch wird es möglicherweise ihr letzter in Planegg sein. Die beiden Betreiber der Eisdiele Purogelato bekommen vom Eigentümer keinen neuen Mietvertrag. Grund soll unter anderem Ärger über die Menschenschlange auf dem Gehweg sein. Und eine neue Bleibe ist auch nicht in Sicht.

Evelin de Filippo will nicht weg aus Planegg. „Wir sind so herzlich aufgenommen worden“, sagt sie. Kunden brachten selbstgebackene Kekse vorbei, Betreiber benachbarter Geschäfte erlaubten ihnen, auf ihrem Grund ein paar zusätzliche Tische und Stühle aufzustellen. Und als jetzt ein zehnjähriger Junge mit Hilfe seiner Mutter einen Aufruf an den Bürgermeister startete, bei der Suche nach einem neuen Laden in der Nähe zu helfen, „da hatte ich Tränen in den Augen“, sagt sie. Wer will, kann sich im Laden in eine Unterschriftenliste mit Unterstützern eintragen, und viele Gäste tun es auch. Auch die Planegger wollen nicht, dass ihre Eisdiele verschwindet.

De Filippo kommt aus einer Eismacherfamilie. Ihre Eltern betreiben mehrere Eiscafés. Auch ihr Partner Andrea Fieno lernte das Handwerk im Betrieb ihrer Eltern, bevor die beiden 2011 in Planegg ihren ersten eigenen Laden aufmachten. Weitermachen werden die beiden auf jeden Fall, auch nach dem Aus in der Poststraße. Nur ob es im Würmtal und gar in Planegg sein wird, ist fraglich.

Viel Zeit für die Suche bleibt nicht. „Wenn wir bis Ende Juli nichts in Planegg oder Krailling finden, müssen wir den Radius erweitern“, sagt de Filippo. Wenn sie ihren Laden wie jedes Jahr im Oktober schließen, hätten sie und ihr Partner gerne Klarheit, wo und wie es weitergeht. Allzu hoch sind die Anforderungen der beiden an ein neues Ladenlokal nicht. Nicht ganz 40 Quadratmeter haben sie jetzt. Das reicht, auch wenn ein bisschen mehr Platz schön wäre. Zusätzlich braucht es allerdings Räume für die Eisherstellung und die Lagerung der Zutaten. Drei Kühlschränke allein für Milch hat Andrea Fieno im Keller unter dem Laden.

„Wir haben schon mit allen möglichen Leuten gesprochen“, sagt de Filippo. Auch Kunden würden immer wieder Tipps geben, wo gerade ein Räumungsverkauf läuft. „Aber es hat sich bisher nichts Konkretes ergeben.“ Und so sieht es derzeit ganz danach aus, als würden die Planegger ihre lieb gewonnene Eisdiele zum Ende der Eissaison im Oktober nach nur fünf Jahren verlieren.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die aktuelle Entwicklung im Würmtal
Die aktuelle Entwicklung im Würmtal
Baurecht für günstige Mieten
Baurecht für günstige Mieten
Falsche Fütterung gefährdet Leben der Hirsche
Falsche Fütterung gefährdet Leben der Hirsche
Jede Woche Corona-Test im „Gräfelfinger“
Jede Woche Corona-Test im „Gräfelfinger“

Kommentare