IGG-Antrag zum Baumschutz

Goldener Mittelweg für grünes Gräfelfing

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Gräfelfing - Die Interessengemeinschaft Gartenstadt Gräfelfing (IGG) widmet sich in einem Antrag dem Erhalt der grünen Gartenstadt Gräfelfing.

Der Baumschutz ist in Gräfelfing ein altes, unstrittiges kommunalpolitisches Ziel. Allerdings gehen ebenfalls seit Jahrzehnten die Meinungen darüber auseinander, wie der Schutz des Grüns auf Grundstücken, die unter immensem Baudruck leiden, zu gewährleisten sei. Regelmäßig beantragten die Grünen eine offizielle Baumschutzverordnung mit entsprechendem Bußgeldkatalog – und unterlagen ebenso regelmäßig bei den Abstimmungen im Gemeinderat.

Die Gegner einer Baumschutzverordnung argumentierten stets, diese sei bei der Gräfelfinger Sozialstruktur lediglich eine Scheinlösung, ein stumpfes Schwert. Sprich: Wer für ein Grundstück samt Neubau oft weit über zwei Millionen Euro ausgibt, leistet sich auch das kleine fünfstellige Bußgeld für die gefällte Eiche, die ihm die Terrasse verschattet hätte.

Daher ist der Baumschutz in Gräfelfing seit Jahr und Tag lediglich in Form der Grünordnung in den Bebauungsplänen enthalten. Demnach darf ein Baum, dessen Stammumfang 50 Zentimeter überschreitet, nicht oder nur nach Rücksprache mit der Gemeinde gefällt werden.

Dieses Regelwerk weist freilich ebenfalls offensichtliche Schwächen auf: Der Hinweis ist nur nachrichtlich, also ganz pauschal Teil der Bebauungspläne; einzelne schützenswerte Bäume sind nur beispielhaft eingetragen, eine aktuelle Kartierung dazu gibt es nicht. So fällt es Baumfrevlern im Nachhinein relativ leicht, auf Nichtwissen zu plädieren. Und die maximal 25 000 Euro Bußgeld wegen der Ordnungswidrigkeit sind blanke Theorie – abgesehen davon, dass eine Geldbuße schon eingepreist sein könnte.

Hier setzt der IGG-Antrag an und schlägt einen Mittelweg vor: Die bereits bestehenden, baumschützenden Vorschriften sollten in einem „geeigneten Medium“ zusammengefasst und das Ergebnis öffentlichkeitswirksam bekannt gemacht werden. Konkret könnte es sich um eine Broschüre handeln, die alle Haushalte bekommen, und die möglichst konkret und genau den Baumschutz beschreibt und feststellt. Die bisherige Regelung habe gelegentliches „Kahlrasieren“ von Neubau-Grundstücken nicht verhindert, argumentiert Antragstellerin Petra Schaber.

Markus Ramsauer, im Rathaus für die Bauleitplanung zuständig, sagte auf Merkur-Anfrage, in der Praxis gebe es zwar keine größeren Probleme mit Zuwiderhandlungen, weil die Bauträger es sich mit der Gemeinde nicht verscherzen wollten. Doch käme es vereinzelt vor, dass eine Firma angesichts der fehlenden Baumschutzverordnung unerlaubt rode. Die beantragte Information und Konkretisierung könne die Sensibilität für das Thema schärfen.

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