Person hält eine Impfspritze und eine Impfdose mit Impfstoff gegen das Coronavirus.
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Der Impfstoff von Biontech Pfizer kommt im Landkreis München zunächst in den Alten- und Pflegeheimen zum Einsatz.

Corona-Impfung im Landkreis München

Erst die Alten- und Pflegeheime

  • Nicole Kalenda
    vonNicole Kalenda
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Die erste Charge Corona-Impfstoff ist für den Zweiten Weihnachtsfeiertag angekündigt. Ab wann in den Impfzentren des Landkreises München geimpft wird, steht aber noch nicht fest. Denn erst kommen die Pflegeeinrichtungen an die Reihe.

Würmtal – Ab 26. Dezember wird der Landkreis München mit dem mRNA-basierten Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech beliefert. Da die Menge zunächst nicht ausreichen wird, „müssen wir priorisieren, in welcher Reihenfolge wir impfen werden“, so Landrat Christoph Göbel am Mittwoch im Pressegespräch. Rund 20 000 Menschen, so seine Schätzung, gehören im Landkreis in die erste Gruppe, die geimpft wird. Neben Menschen ab 80 sind dies auch Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeeinrichtungen, Mitarbeiter in der ambulanten Altenpflege und in verschiedenen medizinischen Bereichen wie dem Bezirkskrankenhaus Haar, der Urologischen Klinik Planegg und der Wolfart-Klinik Gräfelfing.

„Wir haben entschieden, erst mit mobilen Impfteams in die Heime zu gehen, um die Bewohner und Mitarbeiter zu impfen“, erklärte Göbel. Außerdem genössen Mitarbeiter der mobilen Pflegedienste höchste Priorität sowie die Personen, die von ihnen betreut werden. Göbel: „Wir werden voraussichtlich alle Impfdosen in den ersten Tagen durch die mobilen Impfteams verimpfen.“ Wie viele das sein werden, hänge von der Impfstoffmenge ab, die der Freistaat erhalte.

Deutlicher Anstieg von SARS-CoV-2-Infektionen in Heimen

Dass zunächst die Pflegeeinrichtungen an der Reihe sind, liegt auch an dem „deutlichen Anstieg“ der SARS-CoV-2-Infektionen dort. Während in der Vorwoche 82 Bewohner in zehn Einrichtungen positiv getestet wurden, waren es diese Woche 212 in 16 Einrichtungen. 177 Bewohner gelten als enge Kontaktpersonen. Hinzu kommen 106 infizierte Mitarbeiter in 17 Einrichtungen, in der Vorwoche waren es noch 44 gewesen. In den vergangenen Tagen wurden bereits Impfwille und Impfeignung der Bewohner und Mitarbeiter abgefragt.

Sobald der Impfstoff in größeren Mengen verfügbar ist, sollen Schritt für Schritt die Kapazitäten für Einzel-Impftermine freigeschaltet werden. Voraussichtlich ab 27. Dezember werden die ersten Impftermine vergeben, online oder per Telefon.

„Ich rechne damit, dass sich sehr viele Bürger mit Priorität eins an uns wenden werden, um schnellstens geimpft zu werden“, so Göbel, der um Verständnis bittet, dass es in den Zentren nicht sofort am Sonntag mit der Immunisierung der Bürger losgeht. „Der limitierende Faktor ist die Zahl der Impfdosen. Aller Voraussicht nach wird es noch einige Tage dauern, bis wir die ersten Termine vergeben können.“ Abgesehen von den Informationen auf der Homepage des Landkreises und in den Medien erhielten die Bürger ein Schreiben des Freistaats mit allgemeinen Informationen zum Impfen sowie eines des Landratsamtes mit konkreten Hinweisen. „Das wird im Moment erstellt.“ Der Erhalt des Schreibens ist nicht notwendig, um einen Impftermin auszumachen.

Würmtaler Impfzentrum soll nach Planegg

Zuständig fürs Würmtal ist vorerst das Impfzentrum am Volksfestplatz in Unterschleißheim, allerdings laufen die Vorbereitungen für ein Impfzentrum vor Ort. Die Hoffnung, in Neuried eine geeignete Fläche zu finden, hat sich laut Göbel zerschlagen. Nun liegt der Fokus auf Planegg. Bürgermeister Hermann Nafziger bestätigt, dass man momentan dabei sei, „ein paar Flächen zu prüfen“. Nafziger: „Grundsätzlich unterstütze ich es, wenn wir da helfen können, möglichst schnell die Leute durchzuimpfen.“ Mit einem geeigneten Standort könne Planegg seinen Teil dazu beitragen, die Pandemie in den Griff zu bekommen.

Landrat Christoph Göbel will sich impfen lassen, sobald er an der Reihe ist. „Es wird keine Sonderbehandlung für den Landrat geben“, betonte er. „Ich halte die Impfung für notwendig und richtig. Die Vorteile sind wesentlich größer als die Risiken.“ Göbel weiter: „Ich bin der Sohn eines Vaters, der über 80 ist, und einer Mutter, die demnächst 80 wird. Ich empfehle ihnen dringend, sich impfen zu lassen.“

Impftermine in den Impfzentren können von Berechtigten online unter https://landkreis-muenchen.impfzentrum.bayern oder per Telefon ausgemacht werden. Das vorerst fürs Würmtal zuständige Impfzenrum in Unterschleißheim (Volksfestplatz Ecke Münchner Ring) ist unter Telefon 31 20 344-22 beziehungsweise per E-Mail an Impfzentrum@brk-muenchen.de erreichbar.

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