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Erster Schritt Richtung Erdbeckenspeicher

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Von: Martin Schullerus

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Die Gemeinde Gräfelfing will die Möglichkeiten für einen Erdbeckenspeicher auf dem Martinsrieder Feld prüfen lassen.

Gräfelfing – Der Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität billigte am Donnerstag einen entsprechenden Antrag der Grünen, der in den Gemeinderäten von Gräfelfing und Planegg gleichlautend eingereicht worden war, einstimmig. Erdbeckenspeicher sind eine vor allem in Dänemark angewandte Methode, regenerative Energie zwischenzuspeichern. Das warme Wasser beispielsweise aus Solarthermie oder Geothermie wird in den Sommermonaten, in denen ein Energie-Überschuss herrscht, in ein großes, in der Erde angelegtes Wasserbecken geleitet. Gut isoliert, hält das Wasser die Wärme für lange Zeit. In der kalten Jahreszeit können dann Räume damit geheizt werden.

In der Sitzung des Gräfelfinger Ausschusses wies Antragsteller Martin Feldner darauf hin, dass die aktuelle Auskiesung durch die Firma Glück eine besonders günstige Gelegenheit biete, den Erdbeckenspeicher anzulegen. Soll sie nicht verstreichen, drängt allerdings die Zeit. Denn die Firma ist durch Verträge mit der Gemeinde Planegg und Auflagen des Landratsamtes dazu verpflichtet, die Kiesgrube rasch wieder zu verfüllen. Diese Auflagen müssten offiziell ausgesetzt werden.

Gräfelfings Bürgermeister Peter Köstler machte deutlich, dass es sich bei diesem Vorhaben um ein „Riesenthema“ handle, dem die Gemeinde sich nur schrittweise nähern könne. Vorerst sind praktisch alle Fragen noch offen, von der Haltung der Eigentümer der Fläche über die Einstellung der Behörden bis hin zur Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage. Sie werde jedenfalls nicht ohne Zuschüsse der öffentlichen Hand zu stemmen sein, sagte Martin Feldner. Auch die Energiequellen, aus denen Wärme eingespeist würde, und die Frage des benötigten Leitungsnetzes zu den Endabnehmern sind noch gänzlich ungeklärt.

Der Gräfelfinger Beschluss sieht nun zunächst vor, gemeinsam mit der Nachbargemeinde Planegg Fachplaner mit Vorprüfungen für eine Machbarkeitsstudie zu beauftragen. Dies auch nur unter der Voraussetzung, dass die Verfüllung der Kiesgrube rechtlich und tatsächlich ausgesetzt werden kann.

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