Ein großer Vogelkäfig mit Wellensittichen steht im Caritas-Altenheim Maria Eich . Bewohnern Maria Binder freut sich darüber.
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Ein großer Vogelkäfig mit Wellensittichen steht bereits im Caritas-Altenheim Maria Eich – sehr zur Freude von Maria Binder. Vor allem der hellblaue Wellensittich hat es ihr angetan. „Frieda versteht mich“, sagt sie.

Caritas-Altenheim Maria Eich beteiligt sich an LBV-Projekt

Mit Vogelbeobachtung gegen Vereinsamung

In Zeiten von Corona und Lockdowns müssen viele Senioren gegen die Vereinsamung ankämpfen. Kontakt mit Tieren ist da hilfreich. Das Caritas-Altenheim Maria Eich beteiligt sich nun an einem Vogelprojekt des LBV.

Krailling – Wohlbefinden durch Vogelbeobachtung: Erst kürzlich hat sich das Kraillinger Caritas Altenheim Maria Eich für das vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) angebotene Präventionsprojekt „Alle Vögel sind schon da“ beworben. Im Seniorenheim zwitschern bereits seit längerem vier Wellensittiche: Frida, Batzi, Butzi und Hansi. Die Namen der gefiederten Bewohner haben die Senioren selbst ausgesucht. „Mein Lieblingsvogel ist die Frida, sie ist sehr einsam, doch bei meiner Stimme kommt sie näher“, erzählt Maria Binder, Bewohnerin des Altenheim Maria Eich. Und fährt fort: „Es tut mir gut, mit den Vögeln zu reden“. Ihre Aussage wird von den Studienergebnissen des bayernweiten LBV-Projektes bestätigt: Vogelbeobachtung fördert Lebenszufriedenheit.

Vogelfutterstationen in Außenbereichen

Bei dem Projekt stellt die Leiterin Kathrin Lichtenauer die Vogelfutterstationen in gut einsehbaren Außenbereichen der teilnehmenden Seniorenheimen auf. Zudem werden Materialien wie Spiele, Vogelfutter und Bücher zur Vogelbestimmung bereitgestellt. So können die Bewohner heimische Vögel beobachten, bestimmen und füttern. Auch an Demenz erkrankte oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Senioren können durch die Vogelbeobachtung Naturverbundenheit erfahren.

Wirksamkeit wissenschaftlich bestätigt

Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt hat das LBV-Projekt wissenschaftlich begleitet und die Wirksamkeit bereits bestätigt: „Unsere Daten zeigen, dass durch die Vogelbeobachtung besonders die kognitiven Ressourcen, die Mobilität und das soziale Wohlbefinden der Seniorinnen und Senioren gefördert werden“, so Elisabeth Kals, Psychologieprofessorin der Universität.

76 Pflegeeinrichtungen aus ganz Bayern an dem Projekt beteiligt

Seit dem Projektstart im Jahr 2017, haben sich bisher 76 Pflegeeinrichtungen aus Bayern an dem Projekt beteiligt. Jetzt wurde es bis Ende 2021 verlängert und soll in 60 weiteren Seniorenheimen für mehr Lebensqualität sorgen. Das Anschreiben von Durdica Stjepanovic, Leitung im Bereich soziale Begleitung im Altenheim Maria Eich, zählt zu den ersten 24 Bewerbungen der zweiten Projektphase. Sie und ihre Kollegin Christine Baumann haben die positive Wirkung der Wellensittiche schon länger beobachtet. „Unsere Bewohner unterhalten sich mit ihnen, zwitschern ihnen vor und erzählen von ihren eigenen Vögeln, die sie einmal hatten“, so Christine Baumann, die die Pflege der Wellensittiche übernimmt. Die Bewerbung schrieb Durdica Stjepanovic um noch mehr „Freude in ruhiger Minute“ für die Senioren zu schaffen.

Sozialbetreuer als Voraussetzung

Das Vogelbeobachtungs-Projekt richtet sich an alle vollstationären Pflegeeinrichtungen. Voraussetzung für die Projektteilnahme ist ein Sozialbetreuer, der sich als „Vogelbeauftragter“ für den Erhalt und die Pflege der Vogelbeobachtungsstation zur Verfügung stellt. Zudem wird ein Platz für die Station benötigt, der von möglichst vielen Bewohnern aus dem Haus heraus beobachtet werden kann. Bewerbungen können per Mail an allevoegel@lbv.de geschickt werden.

Das Präventionsprojekt wird auch während der anhaltenden Corona-Pandemie weiter angeboten. „Im Sommer haben wir die Auftaktveranstaltungen ins Freie gelegt, jetzt sind wir dabei ein Video mit allen nötigen Informationen für die Senioren und Pflegekräfte zu drehen“, so Kathrin Lichtenauer. Lara Listl

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