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Ex-Zivi (22) wegen Fahnenflucht verurteilt

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Gräfelfing - Der Vorwurf der Fahnenflucht kann auch Zivildienstleistende treffen. Dies zeigt ein aktueller Fall aus Gräfelfing.

Vor dem Starnberger Amtsgericht musste sich dieser Tage ein junger Mann aus Peißenberg verantworten, weil er seinen Zivildienst als Küchenhelfer in einer Gräfelfinger Klinik nicht allzu genau genommen hatte.

Seine Ausfallzeiten, die er nur verspätet und lückenhaft mit Krankmeldungen gerechtfertigt hatte, brachten dem 22-Jährigen jetzt eine Verurteilung wegen dreifacher eigenmächtiger Abwesenheit ein. Seine Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 15 Euro akzeptierte der weitgehendst geständige Angeklagte noch im Gerichtssaal.

„Er kam nur die ersten zehn Tage zum Zivildienst“, erinnerte sich eine Sachbearbeiterin des Gräfelfinger Krankenhauses an das chronische unentschuldigte Fortbleiben des ehemaligen Zivildienstleistenden. „Die ersten Tage hat er gut gearbeitet, und der Küchenchef war sehr zufrieden mit ihm“, so die Sachbearbeiterin, die sich bis heute nicht erklären kann, weshalb der junge Peißenberger damals spontan den Dienst quittierte.

Von Mitte Dezember 2009 bis Mitte Februar 2010 schwänzte der Peißenberger seine Arbeitsstelle zunächst unentschuldigt. Er reichte lediglich zeitverzögert sporadische Krankmeldungen nach, als er längst wieder zu Hause in Peißenberg wohnte.

Als das undisziplinierte Gebaren des Angeklagten der Gräfelfinger Klinik zu bunt wurde, ließ diese schließlich das Schloss zum Dienstappartement des 22-Jährigen auswechseln, was für zusätzliche Verwirrung sorgte, als der Angeklagte sich dann doch wieder zur Arbeit bequemte.

Der Verteidiger des jungen Ex-Zivis, der inzwischen aus gesundheitlichen Gründen rechtskräftig ausgemustert wurde, rechtfertigte das Verhalten seines „einfacher“ gestrickten Mandanten mit angeblichen Missverständnissen. Zudem sei aus Sicht des Advokaten durchaus fraglich, ob die Gesetzeslage zum Thema Fahnenflucht aktuell noch zeitgemäß sei.

Aus Sicht von Richterin Brigitte Braun erwies sich die Sachlage indes als zweifelsfrei: „Der Angeklagte wollte nicht in der Gräfelfinger Klinik arbeiten und hat sich selbst die Freistellung bewilligt. Zivildienst macht jedoch nur Sinn, wenn man Leute hat, auf die man sich verlassen kann.“

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