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„Die Hirsche bekommen von mir genug zu fressen“: Hans Haldek appelliert dringend an die Bevölkerung, nichts ins Gehege zu werfen.

Kraillinger Bauhof

Falsche Fütterung gefährdet Leben der Hirsche

Krailling - Die Hirsche beim Kraillinger Bauhof haben viele Freunde. Manche meinen es allerdings etwas zu gut mit ihnen. Wer die Tiere füttert, bringt sie in Lebensgefahr, warnt ihr Pfleger Hans Haldek. Ein Hirsch ist deshalb bereits verendet.

„Bitte nicht füttern.“ So einfach lautet der ständige Appell von Hans Haldek. Und trotzdem muss er jeden Tag Essensreste aus dem Gehege der Hirsche beim Kraillinger Bauhof entfernen. „Die Leute sind so unvernünftig, die schmeißen alles mögliche rein“, sagt der Kraillinger. In einer Pressemitteilung appelliert jetzt auch die Gemeinde an die Bevölkerung, unbedingt auf die Fütterung der Tiere zu verzichten. „Aus gegebenem Anlass möchten wir darauf hinweisen, dass die Hirsche am Bauhof Krailling ausschließlich durch unsere eigenen Mitarbeiter gefüttert werden dürfen“, heißt es dort.

Aus gegeben Anlass heißt: Zwei Tiere sind in der Vergangenheit schon verendet. Hans Haldek will nicht, dass sich das wiederholt. Die Hirsche hätten keinen Hunger, betont er. „Die werden jeden Tag von mir gefüttert.“ Im Sommer bekommen sie Äpfel und Gras, im Winter Heu, einen Kübel Kastanien und einen Kübel Brot. „Mehr brauchen sie nicht. Die sind ohnehin schon so fett“, meint Haldek.

Dennoch müsse er auch jetzt feststellen, dass die Leute ständig altes Brot hineinschmeißen. Im Vorjahr hätten Menschen Karotten und Blumenkohlblätter in das Gehege geworfen, die seien gefroren, und ein Hirsch habe sie gefressen. Das Gemüse habe im Bauch gebläht, der Hirsch habe sich hingelegt und sei verendet. Als Haldek am nächsten Morgen zum Gehege kam, hätten bereits die Füchse an ihm genagt.

Unvernünftige Menschen sind nicht die einzigen Feinde des Damwilds. Die Füchse haben es auf die Tiere abgesehen. Mindestens fünf von ihnen hätten im Herbst vergangenen Jahres ein Tier gerissen. „Da lag bloß noch das Fell“, erinnert sich Haldek. Den Füchsen aber könne er nicht ins Gewissen reden, so wie er es jetzt bei den Menschen versuche.

Seit sechs Jahren kümmert sich Hans Haldek um die 14 Hirsche. Anfangs tat er dies als Bauhofmitarbeiter, seit er 2012 in Rente ging, pflegt er die Tiere ehrenamtlich. Ab und an schieße ein Jäger Tiere. Das Fleisch werde aber nicht verkauft. „Die Gemeinde will das nicht“, sagt er. Das Wild werde verteilt – auch an das Waldsanatorium. Die Hirsche gehören der Gemeinde Krailling.

Die Gemeinde habe die Tiere zusammen mit dem Gelände des örtlichen Bauhofs von der Kongregation der Barmherzigen Schwestern gepachtet, erklärt Kraillinger Hauptamtsleiter Franz Wolfrum. „Es ist Teil des Pachtvertrages, dass wir die Hirsche pflegen.“ Und Hans Haldek, der diese Pflege übernommen hat, nimmt seine Aufgabe ernst. Er könne nicht Tag und Nacht auf seine Tiere aufpassen, sagt er. Aber er bitte die Leute darum, etwas vernünftiger zu sein und die Tiere nicht zu füttern.

Victoria Strachwitz

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