Familienstreit eskaliert in Gewalt

Krailling - Ein monatelang schwelender Familienstreit mündete in Krailling schließlich in Gewalt: Wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung stand deshalb jetzt ein Familienvater (40) vor Gericht.

Der Streit eines 40-jährigen Kraillingers mit seinem Schwager fand jetzt ein gerichtliches Nachspiel. Offenbar waren den Tätlichkeiten bereits monatelange Familienstreitigkeiten vorausgegangen. Wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzungen mussten sich deshalb sowohl der 40-jährige Kraillinger als auch ein 43-jährige Bautechniker vor dem Amtsgericht Starnberg verantworten.

Die Beziehung zwischen dem angeklagten Kraillinger Familienvater und seinem Schwager hatte vermutlich schon bessere Tage gesehen. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als sich der Kraillinger im Herbst 2010 dazu entschloss, die zum Schwager benachbarte Doppelhaushälfte zu kaufen. Im darauffolgenden Frühling kam es laut Angeklagtem dann zum Zerwürfnis zwischen den beiden Familien: „Mein Schwager wollte, dass wir das Haus wieder verkaufen.“ Verkauft hat der 40-jährige Informatiker jedoch bis heute nicht. Seine Doppelhaushälfte steht bis dato allerdings leer. Angesichts einiger Drohungen habe er sich aus Angst um seine Familie nicht getraut umzuziehen.

Zu Handgreiflichkeiten kam es im September 2011. Der Angeklagte bemerkte auf seinem Grundstück einen Schutthaufen seines 38-jährigen Schwagers und wollte seinen Verwandten zur Rede stellen. Gleichsam zur Unterstützung ließ sich der Familienvater von einem an der Baustelle arbeitenden Bautechniker begleiten. Zielstrebig sei der Schwager aus seinem Haus auf den 40-jährigen Kraillinger zugegangen und habe diesem einen Kinnhaken versetzt, schilderten beide Angeklagte. Der eigentlich unbeteiligte Bautechniker schritt daraufhin ein: „Ich habe den Schwager weggeschubst und abgewehrt, bis er im Gebüsch gelandet ist.“ Der 38-jährige Nebenkläger erlitt dabei einen Nasenbeinbruch und musste anschließend operiert werden. „Der Bautechniker ist in seiner Schlichtungsabsicht über das Ziel hinausgeschossen“, schlussfolgerte das Gericht. In seiner Wut hatte der 43-Jährige auf den bereits am Boden liegenden Schwager weiter eingetreten und eingeschlagen.

Da beide Männer offenbar durch den Schwager des 40-Jährigen erheblich provoziert wurden und zudem unbescholten waren, drückte Richterin Christine Conrad ein Auge zu. Das Verfahren gegen den 40-Jährigen wurde ohne Auflagen eingestellt. Die Verfahrenseinstellung für den Bautechniker untermauerte das Gericht mit einer Geldauflage von 1000 Euro, zahlbar in Form von Schmerzensgeld an das Opfer.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Anpfiff für neues Kunstrasenfeld beim TSV
Anpfiff für neues Kunstrasenfeld beim TSV
Corona bremst Temposünder nicht
Corona bremst Temposünder nicht
Christkindlmärkte heuer allenfalls im Kleinformat
Christkindlmärkte heuer allenfalls im Kleinformat

Kommentare