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2014 machten 28 Wagen mit, darunter ein Gefährt der SPD Planegg.

Organisator Matthias Niedermair frustriert

Faschingszug schrumpft auf zehn Wagen

Würmtal: Der Fasching ist heuer kurz, der traditionelle Würmtaler Faschingszug auch. Organisator Matthias Niedermair tut sich extrem schwer, Teilnehmer zu finden. Eine Erklärung hat er nicht.

Der Würmtaler Faschingszug wird heuer sehr viel kürzer ausfallen als gewohnt. Am Faschingssonntag, 7. Februar, wird der Gaudiwurm nur halb so lang sein wie im Fasching 2014. Waren es vor zwei Jahren noch 36 Teilnehmergruppen, sind’s heuer nur 18 – inklusive Fußtruppen und Bollerwagen.

Organisator Matthias Niedermair ist frustriert. „Es schaut nicht gut aus“, sagt er. Eine Erklärung hat er nicht. Er meint, es könnte daran liegen, dass der Fasching heuer so kurz sei. Zudem seien einige, die sonst stets mitmachten, krank. Das Feuer in der Autowerkstatt in der Kraillinger KIM habe ihn auch noch einen Teilnehmer gekostet, der bereits fünf Mal dabei gewesen sei.

Niedermair organisiert den Würmtaler Faschingszug seit 1989 und bekam dafür schon die Planegger Bürgermedaille. Der Zug findet alle zwei Jahre in Krailling und Planegg statt. Die Teilnehmerzahlen seien heuer das erste Mal eingebrochen, sagt Niedermair: „Es wird immer schwieriger, da musst du bitten und betteln.“ Vor zwei Jahren seien es noch 28 Wagen gewesen, heuer seien es gerade einmal zehn.

Niedermair will dennoch nicht aufhören, den Zug zu organisieren. Er hat Angst, dass es dann keiner mehr macht. Aber: „I mog nimmer.“ Er habe keine Lust mehr, macht er deutlich. Die Alten, die sonst immer mitgemacht hätten, wollten sich nicht mehr engagieren. „Und die Jungen wollen mitfahren, aber nichts machen“, stellt er fest.

Die Aufbauten auf einem Wagen seien für die Teilnehmer mit viel Arbeit verbunden. Heuer seien die Feuerwehren aus Gräfelfing, Planegg und Krailling mit dabei. Stockdorf sei vor zwei Jahren noch dabei gewesen. „Aber da geht a nix zam“, sagt er. Und früher sei auch noch die Neurieder Feuerwehr dabei gewesen. Die meisten, die am Faschingszug teilnehmen, seien Privatleute, nicht Vereine. Auch wenn drei Faschingsgesellschaften dabei seien: die Würmesia, die Perchalla und der Faschingsclub Laim.

Dabei gab es stets großen Zuspruch aus der Bevölkerung: „Das Publikum ist schon gewaltig“, erklärt Niedermair. Tausende Menschen verfolgten jedes Mal den Umzug zwischen Kraillinger Brauerei und Planegger Bräustüberl. „Mich freut es immer wieder. Wir brauchen uns nicht zu verstecken“, schwelgt er in Erinnerungen. Die Stadt München schreibe ihn sogar an, um den Umzug in den Kalender aufzunehmen.

Trotzdem müsse man sich überlegen, wie es weitergehen soll. „Ich hätte nicht gedacht, dass das mal so läuft. Das ist eine Tradition, ich will, dass es weitergeht“, sagt Niedermair. Seit November ist er mit der Organisation der diesjährigen Veranstaltung beschäftigt. „Die meisten machen mit, weil ich das organisiere.“

Victoria Strachwitz

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