Zauberhaft: Mit Sackpfeifen, Drehleiern und Harfen entführen „Faun“ um den Gräfelfinger Oliver Pade (Mitte unten) in musikalische Märchenwelten.

Vorentscheid zum Eurovision Song Contest

Faun: Auf einmal in der Fernsehwelt

Gräfelfing - Die Gräfelfinger Folk-Band "Faun" erlebt gerade den Kontrast zwischen Mittelaltermärkten und ESC-Vorentscheid.

Update vom 5. März: Am Donnerstagabend kämpfen "Faun" und sieben andere Interpreten  in Hannover um das Ticket zum Eurovision Song Contest am 23. Mai in Wien. Alle Interpreten und Songs zum ESC-Vorentscheid 2015 "Unser Song für Österreich" haben wir bereits zusammengefasst.

Die große Pop-Maschinerie ist Oliver Pade eigentlich nicht ganz geheuer. Doch jetzt stecken der Gräfelfinger und seine Band mittendrin. Groß geworden auf Mittelaltermärkten und Festivals stellt sich „Faun“ nun dem deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2015 in Österreich.

Kurz vor der Veranstaltung an diesem Donnerstag stellt sich bei den Bandmitgliedern langsam Nervosität ein: „Fernsehen ist nicht wirklich unser Metier“, erzählt Pade „vor der Kamera gibt es eben keine Lagerfeuerromantik.“

Abends draußen in der Natur wirkt die Musik von Faun am besten. Wenn die Zuhörer im Feuerschein fast die Anwesenheit von Elfen, Trollen und Waldgeistern spüren können, fühlen sich die Musiker am wohlsten. „Viele Menschen sind überrascht, diese geheimnisvolle, sagenumwobene Welt auch außerhalb von Kinofilmen und Romanen erleben zu können“, erzählt Pade. „Die Stimmung auf einem Mittelaltermarkt mit Zauberern, Gauklern und Spielleuten ist dafür natürlich die perfekte Kulisse.“

Der Fernsehauftritt beim Vorentscheid ist trotzdem ein besonderes Erlebnis für die Band. Acht Musikgruppen treten am 5. März in der ARD live gegeneinander an und präsentieren der Jury und den Zuschauern einen ihrer Songs (ab 20.15 Uhr). Das Fernsehpublikum stimmt per Telefon über den besten Auftritt ab und entscheidet, wer Deutschland beim Finale in Wien repräsentiert. „Natürlich wäre es schön zu gewinnen“, sagt Pade, „aber vor allem möchten wir noch viel mehr Menschen mit unserer Musik verzaubern“.

Die Band hatte sich über ihre Plattenfirma selbst zum Vorentscheid vorschlagen lassen. „Lieder über altdeutsche Erzählungen und Geschichten passen super zum deutschen Auftritt beim Eurovision Song Contest. Es muss doch nicht immer englischsprachiger Pop sein“, begründet Pade die Teilnahme. Schon heute kommen bis zu 4000 Zuschauer zu den Auftritten von Faun und lauschen Liedern über längst vergangene Zeiten, gespielt auf Drehleier, Sackpfeifen und Harfe. „Wir möchten in eine Welt voller Märchen und Mythen entführen und die alten Geschichten mit unserer Musik lebendig werden lassen“, erklärt Pade die Arbeit von Faun.

Faun ist in der römischen Mythologie der Schutzgott des Waldes und der Natur. Seit 15 Jahren ist es auch der Name der Folkband um Oliver Pade.

Inspirieren lassen sich die Musiker nicht nur von volkstümlichen Texten und Liedern aus dem Mittelalter, von Erzählungen aus dem keltischen Kulturkreis und von alten griechischen Sagen. Das persönliche Naturerlebnis ist oft anregender als alle Geschichten: „Am Ufer eines Fjords in Norwegen kommen mir  doch  häufig  bessere Ideen, als wenn ich meine Nase nur in Bücher stecken würde.“, sagt Pade und lacht.

Entsprechend selten ist der Gründer von Faun noch zuhause in Gräfelfing. Für Konzerte und Festivals reist die Band durch ganz Deutschland und ist mittlerweile auch im Ausland gefragt. Am 6. März, direkt nach dem Auftritt beim Vorentscheid, beginnt ihre Deutschland-Tournee, für die Konzerte in zwanzig Städten geplant sind. Ins Würmtal kommt Faun diesmal nicht. Live kann man die Band aber in Bamberg sehen. Oder man schaltet am 5. März einfach den Fernseher ein.

Laura Burbaum

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