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Daumen hoch: Die FBK-Kandidaten mit ihrer Vorsitzenden Dietlind Freyer-Zacherl (vorne Mitte) starten zuversichtlich in den Wahlkampf.

Kommunalwahl 2020

FBK verordnet sich eine Verjüngungskur

Mit neuen Gesichtern tritt die Freie Bürgergemeinschaft Krailling (FBK) bei der Gemeinderatswahl im März nächsten Jahres an. Vor allem setzt man auf jüngere Kandidaten.

Krailling – „Wir dürfen nicht nur meckern, sondern müssen den neuen Vorstandsmitgliedern eine Chance geben.“ Dietlind Freyer-Zacherl wandte sich am Sonntagabend mit einem eindringlichen Appell an alle Mitglieder der FBK, die zur Aufstellungsversammlung für die Liste der Gemeinderatskandidaten in den Gasthof Alter Wirt gekommen waren. Die Vorsitzende erinnerte daran, dass unter den aktuell 70 Mitgliedern der FBK überdurchschnittlich viele Senioren vertreten seien. 54 seien über 60 Jahre und 26 sogar über 80 Jahre alt. Es gebe lediglich fünf Mitglieder, die die 50 noch nicht erreicht hätten. Deshalb freue sie sich besonders über den neuen Vorstand. „Das sind nicht nur Karteileichen, sondern die haben auch Ideen. Ich hoffe, dass die Verjüngung weitergeht“, sagte Freyer-Zacherl unter dem Beifall der meisten Anwesenden.

Eine Vorrede, die vermuten ließ, dass die Aufstellung der Kandidaten der FBK nicht ganz reibungslos vonstattengehen könnte. Zunächst einmal galt es allerdings, Formales zu klären. Matthias Vilsmayer, Starnberger Landratskandidat der Freien Wähler, übernahm die Wahlleitung. Freyer-Zacherl erklärte, dass die FBK zur Kommunalwahl erstmals unter dem Dach der Freien Wähler antreten werde. Das habe den Vorteil, dass man an dritter Stelle gelistet sei. Eine Neuerung, die einhellig befürwortet wurde.

Diskussionsbedarf herrschte dann aber, als es um die Kandidaten zur Kommunalwahl selber ging. Freyer-Zacherl hatte vorab offensiv für die Liste geworben: Sie sei „sehr ausgewogen“, jeweils die Hälfte der 20 Plätze von Frauen und Männern besetzt. Außerdem habe eine deutliche Verjüngung der Kandidaten stattgefunden. Wilhelm Mahler kritisierte zunächst Listenplatz Nummer 15 von Katrin Rosipal. Er habe sich die ehrenamtlich vielfach engagierte Kraillingerin deutlich weiter vorne gewünscht. Diese entgegnete allerdings, dass sie mit ihrem Listenplatz sehr zufrieden sei. Wahlleiter Vilsmayer machte darauf aufmerksam, dass bei einer Kommunalwahl der Wähler ohnehin die Möglichkeit habe, Kandidaten nach vorne zu häufeln. Bestes Beispiel sei Rudolf Heidrich, der 2014 vom letzten Listenplatz in den Gemeinderat gewählt worden sei. Der Frohnloher Landwirt ist übrigens auch diesmal auf Platz 20 der Kandidatenliste zu finden.

Neben Mahler äußerte auch Waltraud Asam Bedenken. Zunächst stieß sie sich an der Tatsache, dass mehrere Ehepaare kandidieren. Ihr Vorschlag: Man möge die Aufstellungsversammlung verschieben, um neue Kandidaten zu gewinnen. „Dann haben wir eine echte Liste“, argumentierte das FBK-Urgestein. Bis auf Mahler votierten die restlichen 16 Stimmberechtigten gegen diesen Antrag.

Wenig Gegenliebe fand auch Asams zweiter Vorstoß, Freyer-Zacherl möge Listenplatz eins räumen. Die FBK-Vorsitzende sei zu alt für eine Kandidatur, wenn überhaupt, solle sie wenigstens nach hinten rutschen. Asam beteuerte zwar, sie habe „nichts gegen Frau Freyer-Zacherl“, sorgte mit ihrem Antrag aber für reichlich Unmut. „Ohne die Frau Freyer-Zacherl gäbe es die FBK schon lange nicht mehr“, erklärte etwa Martin Renner, stellvertretender FBK-Vorsitzender. Nur zwei FBK-Mitglieder teilten Asams Meinung, Freyer-Zacherl blieb an erster Stelle. Damit war die letzte größere Hürde genommen. In der Folge stimmten die Mitglieder en bloc für alle 20 Listenplätze in der vorgeschlagenen Reihung – mehrheitlich (15 Ja-Stimmen).

Genug Rückhalt also, damit sich die Kandidaten voll und ganz dem Wahlkampf widmen können. So will man etwa dem Umbau der Margaretenstraße oder auch der möglichen Erweiterung des Gewerbegebiets KIM kritisch begegnen. „Eine Mehrheit jenseits von CSU und FDP wäre wichtig, wir müssen kräftig zusammenarbeiten“, betonte Rudolf Heidrich. Und auch Freyer-Zacherl wünscht sich bei allen Kontroversen vor allem ein „Miteinander“.

Margot Deny

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