Auch Feuerwehrhäuser sind mit einer Brandmeldeanlage ausgestattet. „Im Schnitt brennt in Deutschland einmal im Jahr ein Feuerwehrhaus ab“, weiß Markus Fuchs, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Gräfelfing. Foto: dagmar rutt

Fehlalarme nerven Würmtaler Feuerwehren

Würmtal - Ob tagsüber oder nachts - allein in Planegg rückt die Freiwillige Feuerwehr 30 Mal im Jahr umsonst aus. Grund sind Fehlalarme der Brandmeldeanlagen.

Die aktuelle Statistik für den Landkreis München spricht eine deutliche Sprache: Das Landratsamt hat 879 Brandmelder registriert, die innerhalb eines Jahres 656 Einsätze auslösten - nur 67 Mal war die Alarmierung berechtigt. Das kann den Einsatzeifer bremsen. „Sobald der Piepser leuchtet, läuft die Maschinerie“, sagt Gräfelfings Kommandant Markus Fuchs, der die Fehlmeldungen für sein Revier auf zehn bis 15 beziffert. „Nervig ist es vor allem dann, wenn nachts um 3 Uhr 15 bis 25 Mann ausrücken, und dann stellt sich heraus: blinder Alarm.“ Die Anlagen, von denen in Gräfelfing 23 registriert sind, reagieren ausgesprochen empfindlich. „Schon Reinigungsmaßnahmen mit Lösungsmitteln, Schleifarbeiten oder Gewitter können den Brandmelder auslösen“, zählt Fuchs auf. Wer zum wiederholten Male die Feuerwehr auf den Plan ruft, weil er die Wartung seiner Anlage vernachlässigt hat, dem droht der Kommandant Strafe an. „Würde der Einsatz in Rechnung gestellt, könnten ein paar 100 Euro zusammenkommen. Bisher blieb es bei der Androhung.“

Vor allem in Planegg, wo unter anderem in öffentlichen Einrichtungen und Betrieben insgesamt 50 Brandmelder mit der Einsatzzentrale des Landkreises verbunden sind, wird häufig Alarm geschlagen: Laut Landratsamt rief sie die Freiwillige Feuerwehr im Jahr 2009 36 Mal zum vermeintlichen Brandherd, davon 30 Mal umsonst, was 15 Prozent der Jahreseinsätze ausmacht. „Sowas ist ein Problem“, klagt Kommandant Christian Hugo. „Besonders ärgerlich ist es, wenn die Leute trotz Brandmelder etwas machen, was die Anlage in Betrieb setzt, zum Beispiel Flexen oder Schleifen.“ Hier halte das Max-Planck-Institut in Martinsried den Negativrekord: „Von dort kommen 25 Prozent der blinden Alarme.“ Ursache seien meistens Umbauarbeiten, die eine Staubentwicklung zur Folge hätten. „Darauf reagieren die Anlagen.“

Feuerwehrleute in den Gemeinden Neuried und Krailling werden seltener von Fehlalarmierungen belästigt. Das liegt vor allem daran, dass dort jeweils nicht mehr als zehn Brandmelder registriert sind. „Als Hettlage noch da war, mussten wir sieben oder acht Mal im Jahr hin, weil zum Beispiel der Druckabfall bei der Sprinkleranlage die Anlage ausgelöst hat“, erinnert sich Neurieds Kommandant Werner Sperr. Laut Einsatzstatistik musste seine Truppe im Jahr 2009 aufgrund eines Brandmelders vier Mal ausrücken, davon einmal berechtigt. Meist verläuft der Einsatz so: „Wir fahren hin, schauen, ob es brennt und schalten anschließend am Hauptkasten die Anlage wieder scharf - vorausgesetzt, sie funktioniert noch.“

Auch wenn zehn Fehlalarme im vergangenen Jahr bei der Kraillinger Feuerwehr nicht so sehr ins Gewicht fallen, läppern sich für die Ehrenamtlichen einige Stunden überflüssig geleistete Mehrarbeit zusammen. „Bei im Schnitt zweieinhalb Stunden pro Einsatz waren insgesamt 25 Stunden umsonst“, rechnet Richard Siebler vor. „Das ist natürlich nicht erfreulich“, räumt der Kraillinger Kommandant ein. „Aber wir sind aber auch beruhigt, wenn wir zum Beispiel in das Caritas-Altenheim oder das Waldsanatorium kommen, und es ist alles in Ordnung.“

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