Die fetten Jahre sind vorbei

Planegg - 2013 droht der Gemeinde Planegg erstmals seit den 80er Jahren eine Kreditaufnahme. Heuer kommt das Rathaus noch ohne Schulden aus.

Klotzen statt kleckern: So lautete lange das Motto in Planegg. „Es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben“, pflegte der frühere Bürgermeister Dieter Friedmann zu sagen. Damals kratzten die Gewerbesteuereinnahmen in manchen Jahren an der 20-Millionen-Euro-Marke. Planegg ging es gut, sehr gut. Der Gemeinderat billigte in der Folge teure Projekte wie Kupferhaus, Gemeindearchiv, Kinder- und Familienzentrum, Volkshochschule und vieles mehr. Doch während die Ausgaben auf hohem Niveau blieben, sanken die Einnahmen, nicht zuletzt weil mit Philip Morris der größte Steuerzahler nach Gräfelfing übersiedelte. Dies bekommt die Gemeinde nun zu spüren. „Verwaltung und Gemeinderat müssen sich überlegen, wo man konsolidieren kann“, sagt Bürgermeisterin Annemarie Detsch. Kämmerer Peter Vogel bastelt derzeit nichtöffentlich mit den Fraktionen am Haushaltsentwurf für 2012. Im Februar soll das Opus im Gemeinderat behandelt werden. Es wird ein Sparhaushalt werden.

Die Bürgermeisterin nennt zwei Gründe für die prekäre Haushaltslage. Die massive Erhöhung der Kreisumlage und die Sanierung der Grundschule Martinsried, die nicht aufgeschoben werden kann. Beides reißt ein Loch von insgesamt 3,3 Millionen in den Haushalt. „Noch können wir Geld aus den Rücklagen entnehmen“, sagt Detsch. Doch diese Quelle wird bald versiegt sein.

Deshalb muss das Rathaus die Ausgaben reduzieren. Doch manche Investition ist bereits auf den Weg gebracht und kann nicht aufgeschoben werden, etwa die Neugestaltung des Parkplatzes am Gymnasium, abermals ein Millionen-Projekt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hermann Nafziger: „Es macht mir Höllenspaß“
100 Tage Bürgermeister, 100 Tage Corona: Die Pandemie bestimmt nicht nur den Arbeitsalltag im Planegger Rathaus, sie setzt auch die Themen – vom geschlossenen Wellenbad …
Hermann Nafziger: „Es macht mir Höllenspaß“
Experten empfehlen Pflasterfläche
Beim Umbau des Rathausplatzes 2015 hat die Gemeinde Gräfelfing einen progressiven verkehrsplanerischen Ansatz gewählt. Doch sie hat ihn nicht konsequent zu Ende geführt.
Experten empfehlen Pflasterfläche
Desinfizieren mit dem Handy
Drei junge Unternehmer sind startbereit: Desinfektionssprays zum „Ankoppeln“ ans Smartphone sollen zum Marktrenner werden. Ein Kraillinger ist einer der Ideengeber.
Desinfizieren mit dem Handy
Jede Woche Corona-Test im „Gräfelfinger“
Centogene führt am Frankfurter Flughafen täglich bis zu 5000 Corona-Tests durch. Seit dieser Woche kümmert sich das Rostocker Unternehmen auch um die Mitarbeiter des …
Jede Woche Corona-Test im „Gräfelfinger“

Kommentare