"Feuerwehr ist kein Saufverein"

Neuried - Jürgen Kral, neuer Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Neuried, hat in seiner Antrittsrede alle wichtigen Themen seiner Wehr angesprochen, vom Nachwuchsmangel bis zur Bedeutung des Ehrenamtes.

Die Bilanz der Freiwilligen Feuerwehr Neuried für das Jahr 2012 kann sich sehen lassen. Im vergangenen Jahr wurde die Neurieder Wehr 105 Mal gerufen. Das sind zehn Alarmierungen mehr als im Jahr zuvor. Das Verhältnis zwischen tatsächlichen Brandeinsätzen (9) und technischen Hilfeleistungen (73) bleibt damit unverändert. „Das Übergewicht liegt bei den insgesamt 1081 geleisteten Einsatzstunden klar wieder bei den technischen Hilfeleistungen“, so Kommandant Jürgen Kral bei seiner ersten Jahreshauptversammlung vorigen Freitag.

Seit neun Monaten bekleidet der 34-jährige Neurieder nun dieses Amt, nachdem er sich im letzten Jahr in einer Kampfabstimmung mit 28:19 gegen den langjährigen Kommandanten Werner Sperr durchsetzten konnte. Krals Fazit bisher: „Es ist viel Arbeit und eine wahnsinnige Verantwortung. Es macht aber viel Spaß, und ich bin froh, dass wir so ein motiviertes, großartiges Team haben.“

In seiner Rede betonte Jürgen Kral ausdrücklich das Ehrenamt. „Wir sind überall dabei, bei vielen Veranstaltungen, sei es die Absicherung des St.-Martinumzuges, des Neurieder Laufs oder die Brandschutzerziehung in der Grundschule. Und das alles ehrenamtlich.“ Und dann käme ja noch die eigentliche Feuerwehrarbeit. Die Menschen sollten einfach das richtige Bild der Feuerwehrarbeit im Kopf haben. Das ist Kral wichtig: „Früher stand die Feuerwehr gleichbedeutend mit einem Saufverein. Das ist heute ganz anders. Wir sind hoch professionell ausgebildet und leisten - neben der eigentlichen Feuerwehrarbeit - sehr viel für die Allgemeinheit.“

Jürgen Kral bedankte sich auch bei der Gemeinde, dass sie die gefürchtete Kostensatzung, die Inrechnungstellung von Feuerwehreinsätzen, nicht eingeführt habe. Ebenfalls zur Sprache kam das Sorgenkind fast jeder Freiwilligen Feuerwehr: der große Bedarf an aktiven Feuerwehrfrauen und -männern. Mit bereits verteilten Flyern, Schnuppertagen für 13 bis 18-Jährige und dem Tag der offen Tür am 4. Mai möchte die Neurieder Feuerwehr deshalb 2013 versuchen, neue Floriansjünger zu gewinnen.

Der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Guido Lechner, appellierte in diesem Zusammenhang an die Mitglieder: „Wenn ihr Wohnraum zur Verfügung habt, sagt bitte Bescheid.“ Denn mangelnder oder unbezahlbarer Wohnraum in Neuried sei leider immer wieder der Grund, warum aktive Mitglieder die Wehr verlassen müssten.

Jürgen Kral informierte die Kameraden auch über die bevorstehende Umstellung von Analog- auf Digitalfunk. Die Umrüstung der Fahrzeuge und des Gerätehauses solle bald erfolgen, kündigte Kral an. Mit einem geplanten Probebetrieb rechnet er aber erst im zweiten Halbjahr.

Einstimmig angenommen wurde ferner eine Satzungsänderung. Sie besagt, dass das Alter, in dem der Feuerwehrmann automatisch vom aktiven in den passiven Status rutscht, vom 60. auf das 63. Lebensjahr angehoben wird.

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