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30 mal pumpen, zweimal beatmen: Katharina Weidenauer und Mario Krüger von der Freiwilligen Feuerwehr Neuried demonstrieren die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) an einem Übungs-Torso.

Feuerwehr: Tag der offenen Tür

Lebensrettung im Gerätehaus

Neuried - 800 Besucher schauten der Freiwilligen Feuerwehr Neuried über die Schulter und durften selber anpacken.

Lautstark und mit Blaulicht hält das Einsatzkommando am Floriansbogen, Hausnummer 1. Im ersten Stock hängt ein Körper wie leblos über dem Balkongeländer, im zweiten schreit eine weitere Person verzweifelt um Hilfe. Aus allen Fenstern dringen dicke Rauchschwaden: Es brennt!

Glücklicherweise war dies nur der Schaulauf der Freiwilligen Feuerwehr Neuried, die am Samstagnachmittag zum „Tag der offenen Tür“ geladen hatte. Neugierige Erwachsene und verzückte Kinder verfolgten die darauf folgende Personenrettung und Brandbekämpfung. Es war viel geboten rund um das Neurieder Feuerwehrgerätehaus, und etwa 800 Besucher nutzten über den Tag verteilt die Gelegenheit, den „Rettern in der Not“ einmal über die Schulter schauen zu dürfen. Neben den Einsatzübungen gab es Führungen durch das Gerätehaus, eine Fahrzeugausstellung, Simulationen von Rauchausbreitung und Fettexplosion, Informationsstände und jede Menge Kinderprogramm. Natürlich war auch für das leibliche Wohl gesorgt.

Thomas Bauereiß ist „First Responder“. Seine Aufgabe ist es, die medizinische Versorgung von verunglückten Menschen sicherzustellen, bis der Rettungsdienst vor Ort ist. Kompetent erklärt er seinen Zuschauern die richtigen Handgriffe bei der Reanimation: „Erst 30 Mal mit beiden Händen auf Brustbeinhöhe pressen, etwa so stark, als würde man einen Tennisball zur Hälfte eindrücken“, sagt er, „dann über die Nase beatmen – das ist hygienischer – während der Mund zugehalten wird, dann alles wieder von vorne.“ Leo Schmidt (6) aus Neuried ist begeistert. Beherzt knetet er den Übungs-Torso und fasst der Puppe in den Mund. „Gerettet“, sagt er bestimmt. „Ich habe den Mann gerettet.“

Die Freiwillige Feuerwehr Neuried hat nach eigenen Angaben keine Probleme mit dem Nachwuchs. Trotz der hohen Anforderungen gebe es genug Interessierte, erklärt der erste Kommandant, Jürgen Kral. Er koordiniert unter anderem die Übungen und befehligt die Einsätze. Ab 14 Jahren könnten Jugendliche – Jungs wie Mädchen – aktiv werden. Die Grundausbildung dauere etwa ein halbes Jahr, zwei bis drei Abende in der Woche müsse man investieren. „Eintritt und Austritt sind freiwillig“, so Guido Lechner, 1. Vorsitzender des Feuerwehrvereins, „die Zeit dazwischen ist Pflicht.“ Das heiße Abrufbereitschaft neben dem Beruf, rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr. 73 aktive Ehrenamtliche gebe es derzeit. Problematisch sei jedoch, dass Feuerwehrleute, insbesondere im Alter von 20 bis 30 Jahren, aufgrund der Wohnungssituation in und um Neuried wegbrechen würden. „Wir haben in den letzten fünf Jahren 15 gut ausgebildete Männer verloren, weil sie hier im Umkreis keine bezahlbare Wohnung gefunden haben“, beklagt Lechner. Über Wohnungstipps oder Hilfe von Seiten der Neurieder Bevölkerung würde man sich daher sehr freuen. Beruhigend zu wissen: „Wann’s brennt, sann’s do!“

Mit dabei ist ab sofort auch „Florian Neuried 29/1“, so der Funkrufname des nigelnagelneuen Tanklöschfahrzeugs der Freiwilligen Feuerwehr Neuried, das im Rahmen des Festtages geweiht wurde. Der feuerrote Riese hat 4000 Liter Wasser und 200 Liter Schaummittel an Bord sowie 220 Meter B-Schlauch und 135 Meter C-Schlauch.

Alexandra Joepen-Schuster

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