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Mit Übungen wie dieser, als man Ende August in Gräfelfing einen Kellerbrand simuliert, bereiten sich die Würmtaler Feuerwehren auf den Ernstfall vor.

Oft vermeidbar und immer kräftezehrend

Fehlalarme belasten Feuerwehrler

Würmtal - Tag und Nacht sind die Würmtaler Feuerwehren im Einsatz, um Brände zu löschen und Menschen zu retten. Doch immer wieder rücken die Einsatzkräfte umsonst aus.

Für Martin Heizer, 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Planegg, gehören Fehlalarme zum Geschäft. Vor allem die Brandmeldeanlagen der örtlichen Firmen und Labore schlagen häufig Alarm, ohne dass Gefahr für Leib und Leben besteht. „Im vergangenen Jahr hatten wir dadurch 36 Fehlalarme“, so Heizer. Lediglich zwei- bis dreimal hatte es sich um echte Notfälle gehandelt.

Laut Heizer reicht oft schon Restdampf, um den Alarm auszulösen. „Besonders ärgerlich ist es, wenn man den Fehlalarm hätte vermeiden können.“ So sei es sinnvoll, die Anlage während Bauarbeiten abzudecken, um zu verhindern, dass der Melder beispielsweise auf Staub reagiert.

In diesem Jahr kam noch eine zusätzliche Quelle für Fehlalarme hinzu. Auf der Bürgerversammlung im November hatte Heizer berichtet, dass seine Kollegen in den vorangegangenen Wochen schon vier Fehlalarme aus dem neuen Biomedizinischen Zentrum auf dem Unversitätscampus in Martinsried zu bearbeiten gehabt hätten. Das sei bei einem neuen Gebäude mit 15 000 einzelnen Rauchmeldern aber auch nicht verwunderlich.

Da Einsätze dieser Art meistens tagsüber stattfinden, müssen die Feuerwehrler jedes Mal ihren Arbeitsplatz verlassen. Deutlich seltener rückt die Planegger Feuerwehr aus, weil Essensdampf den häuslichen Feuermelder ausgelöst hat. Dieser ist häufig an ein Notrufsystem gekoppelt. „Das kommt vielleicht ein- bis zweimal pro Jahr vor“, berichtet Martin Heizer.

Die Gräfelfinger Feuerwehr hingegen bekommt es häufiger mit angebranntem Essen zu tun. So kommt es vor, dass Bewohner der örtlichen Altenheime ihre Speisen auf dem Herd vergessen und so versehentlich den Rauchmelder auslösen.

„Der Einsatz ist in diesem Fall natürlich berechtigt“, sagt Markus Fuchs, 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Gräfelfing. Dennoch müsse man bedenken, dass bei Einsätzen in Altenheimen oder Schulen meistens zwischen 20 und 25 Feuerwehrler beteiligt sind. „Und das manchmal nur, um vor Ort den Topf vom Herd zu nehmen und zu lüften.“ Dafür müssen die Einsatzkräfte ihren Arbeitsplatz verlassen oder werden nachts aus dem Schlaf gerissen.

Hinzu kommt, dass sich auch in Gräfelfing die vielen Bürogebäude mit ihren Brandmeldeanlagen bemerkbar machen. Zwischen 25 und 35 Mal pro Jahr würden diese einen Fehlalarm auslösen. Schuld seien häufig Bauarbeiten. „Wenn der Arbeiter das akustische Signal hört, wurden wir bereits alarmiert und die Sache nimmt ihren Lauf“, so Fuchs.

Dennoch werde jeder einzelne Alarm ernst genommen. „Lieber ruft man einmal zu oft an“, rät der Kommandant. Auch wenn sich das vermeintliche Feuer als Weihnachtsbeleuchtung entpuppt oder sich hinter dem Rauch eine optische Täuschung verbirgt, hervorgerufen durch die Verbindung aus Sonne und Wasserdampf.

Allerdings gibt es auch immer wieder Bürger, die völlig unnötig die Feuerwehr alarmieren. Laut Markus Fuchs seien er und seine Kameraden erst neulich an einem Samstagmorgen ausgerückt, weil eine Frau einen Wasserrohrbruch gemeldet hatte. Das ist an sich nicht falsch. „Läuft Wasser durch die Decke, saugen wir es ab.“

Jedoch wies die Decke bei Eintreffen der 15 Feuerwehrler nur eine minimale Feuchtigkeit auf, weshalb die Anruferin mit einem Handwerksbetrieb besser bedient gewesen wäre. Ihren Fehler habe sie dennoch nicht eingesehen und damit argumentiert, bei so etwas immer die Feuerwehr anzurufen. Markus Fuchs: „Zum Glück ändert das nichts an der Motivation unserer Leute.“

Karin Priehler

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