Feuerwehreinsätze können teuer werden

Krailling - In Krailling werden Feuerwehreinsätze künftig unter Umständen kostenpflichtig sein. Der Gemeinderat hat dafür eine Gebührensatzung erlassen.

Was tun, wenn der Keller nach starken Regengüssen vollläuft? Oder sich ein geliebtes Haustier in einer misslichen Lage befindet? Viele Menschen wählen die 112 und hoffen, dass ihnen die Feuerwehr hilft. In Krailling werden solche Einsätze künftig unter Umständen kostenpflichtig sein. Der Gemeinderat sprach sich am Dienstag mit 14:6-Stimmen grundsätzlich dafür aus, eine Satzung zur Erstattung von Feuerwehrkosten zu erlassen; mit der Ausarbeitung wurde die Verwaltung beauftragt. Einsätze, die unmittelbar der Rettung oder Bergung von Menschen und Tieren dienen, bleiben aber gebührenfrei.

Auf den Erlass der Satzung hatte das Landratsamt Starnberg gedrängt (wir berichteten). Die Rechtsaufsichtsbehörde will, dass Gemeinden ihre Einnahmequellen ausschöpfen, bevor sie Schulden machen. Aufgrund des Baus des Feuerwehrgerätehauses wird Krailling voraussichtlich 2017 einen Kredit aufnehmen müssen, weil der Geschäftsbesorgungsvertrag ausläuft. Bürgermeisterin Christine Borst zeigte deshalb wenig Verständnis dafür, dass sich die örtliche Feuerwehr gegen eine derartige Satzung sträubt. Der Gemeinde werde künftig der Haushalt nicht genehmigt, wenn sie nicht eigene Einnahmen akquiriere, so Borst.

Richard Siebler, Gemeinderat (CSU-Fraktion) und Kommandant der örtlichen Feuerwehr, sprach sich erneut vehement gegen eine Gebührensatzung aus, zumal sich dadurch nur minimale Einnahmen erzielen ließen. Eleonore Zwißler (CSU) und Sebastian Sefzig (FDP) plädierten dafür, eine Satzung auszuarbeiten, diese aber erst zu erlassen, wenn es wirklich erforderlich sei.

Laut Hauptamtsleiter Franz Wolfrum lassen es sich immer mehr Arbeitgeber bezahlen, wenn sie Mitarbeiter für Feuerwehreinsätze oder Schulungen freistellen. Im Vorjahr zahlte die Gemeinde für Lohn- und Gehaltsersatz 5800 Euro an Arbeitgeber und Selbstständige. 2012 hatte sie nur 1080 Euro aufbringen müssen.

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