Feuerwehren warnen vor Stromausfall

Im Ernstfall wird es zappenduster

Würmtal - Planegg will gegen große Stromausfälle gewappnet sein. Damit wäre die Gemeinde ihren Nachbarn einen Schritt voraus.

Die Gemeinde Planegg lässt prüfen, was es kosten würde, ihre Grundschule und die neue Turnhalle so aufzurüsten, dass man die Gebäude mit einem Notstromaggregat versorgen könnte. Denn die Stromversorgung ist die Achillesferse der Europäischen Gesellschaft, zitiert Planeggs Feuerwehrkommandant Martin Heizer wissenschaftliche Studien. Sollte es einen großen, längeren Stromausfall geben, würden die Menschen im Würmtal schnell an ihre Grenzen geraten, prophezeit er. Die Heizung fiele aus, Kühlschränke und Tiefkühltruhen verlören ihre Wirkung nach nur wenigen Stunden. Und Vorratshaltung sei heute nicht auf viele Tage ausgerichtet. „Tankstellen funktionieren nicht“, ebenso die Bankautomaten, schildert er das Szenario einer mit einem Stromausfall verbundenen Katastrophe. „Es wäre sinnvoll, die Möglichkeit zu haben, Bevölkerungsteile unterzubringen“, meint Martin Heizer.

Die Gemeinde Planegg lässt nun auf seinen Rat und einen Antrag der CSU hin prüfen, was es kosten würde, im Rahmen der Sanierung der Grundschule und des Neubaus der Turnhalle, die Elektroinstallation der beiden Gebäude für eine externe Notstromversorgung fit zu machen.

Planeggs Polizei-Inspektion und das Gerätehaus der Feuerwehr können bereits bis zu drei Tage lang mit Notstrom versorgt werden. Auch in Krailling, Gräfelfing und Neuried können die Feuerwehrhäuser mit Notstrom betrieben werden. Der Gerätewart der Gräfelfinger Feuerwehr, Gerhard Regensburger, gibt Heizer recht, was seine Sorge betrifft. Als während der Fußballweltmeisterschaft 2006 ein Trafohäuschen in der Nähe des Kurt-Huber-Gymnasiums gebrannt habe, sei die Stromversorgung des gesamten Münchner Westens akut gefährdet gewesen. Zusätzlich zum Brand habe es nämlich andernorts noch eine Baustelle gegeben. Da habe nicht viel gefehlt, und es wäre dunkel geworden. Regensburger sagt: „Ein Stromausfall kann passieren.“ Von den Stromversorgern hat er keine besonders gute Meinung. „Zu Zeiten der Isar-Amper-Werke haben sie sich mehr für ihre Leitungen interessiert“, sagt er. Auch hätten sie damals mehr Bereitschaftsdienste beschäftigt. Die Fahrzeughalle der Gräfelfinger Feuerwehr könne als Notunterkunft genutzt werden, aber Regensburger hält ein Schulgebäude mit vielen gleich großen Räumen für geeigneter. Eine bestehende Elektroinstallation nachzurüsten, sei sehr teuer. Doch: „Es wird in Lochham gerade ein Schulgebäude gebaut, da könnte man so etwas einplanen“, meint er.

In Neuried, wo gerade die Mehrzweckhalle neu errichtet wird, ist jedenfalls keine entsprechende Elektroinstallation geplant, so Andreas Braun, Mitarbeiter des Neurieder Bauamts. Was das Notstromaggregat des Feuerwehrhauses angeht, versichert Neurieds Kommandant Jürgen Kral aber: „Wir haben genug Sprit, um ein paar Tage durchzuhalten.“ Denn auch er ist sich sicher: „Die Möglichkeit eines großen Stromausfalls besteht immer mal.“

Kraillings Feuerwehrkommandant Richard Siebler meint zu dem Szenario eines größeren Stromausfalls: „Ich kann mir schon vorstellen, dass das zu erheblichem Chaos im Würmtal führen kann.“

Victoria Strachwitz

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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