Unternehmensbefragung in Gräfelfing

Firmen fehlen Fachkräfte und Flächen

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Gräfelfing - Was wünschen sich die Gräfelfinger Firmen? Antworten gibt eine große Unternehmensbefragung, deren Ergebnisse nun vorliegen.

Die Zeiten, da Kommunen die gewerbliche Entwicklung am Ort mit distantem Schulterzucken gleichsam schicksalhaft hinnahmen, sind längst vorbei. Die zunehmende Bedeutung der Gewerbesteuer-Einnahmen für einen ausgeglichenen Kommunalhaushalt hat dazu geführt, dass praktisch jedes Rathaus inzwischen einen hauptberuflichen Wirtschaftsförderer beschäftigt.

Im Würmtal machte Gräfelfing den Anfang. Dort ist es Sabine Stracks Aufgabe, den Wirtschaftsstandort zu pflegen, die Unternehmen zu umhegen, ihre Wünsche ernst zu nehmen und möglichst umgehend zu erfüllen. Dafür muss man diese Wünsche freilich erst kennen. Seit einigen Wochen kann Sabine Strack auf umfangreiche Datenbanken zugreifen, die den Puls der Gräfelfinger Unternehmen wiedergeben – und das mit namentlicher Nennung. Dem Gemeinderat stellten Sabine Strack und Josef Rother von der Gesellschaft für angewandte Kommunalforschung (GEFAK) die Ergebnisse der von ihm durchgeführten Befragung in Auszügen vor.

An der Befragung beteiligten sich 133 von 662 angeschriebenen Betrieben (alle ab zwei Mitarbeitern). Die Rücklaufquote von 22 Prozent erscheint gering, doch deckten die Antworten mehr als jeden fünften Arbeitsplatz am Ort ab und sind somit aussagekräftig.

Mit 1,9 lag die Gesamtzufriedenheit mit dem Standort sehr hoch. Besonders zufrieden sind die Unternehmen mit der Verkehrsanbindung, dem ÖPNV, der Gewerbesteuer und dem Service der Gemeinde. Kritisch bewerteten sie die Situation bei verfügbaren Wohn- und Gewerbeflächen, mangelnde Hotel- und Tagungskapazitäten und die schlechte Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften. Als wichtigste Standortfaktoren nannten die Firmen die Breitbandversorgung, örtliche Straßenanbindung, Gewerbesteuer und Gemeindeservice – also lauter Faktoren, deren Beeinflussung in der Macht der Kommune liegt.

27 % der Betriebe gaben zusätzlichen Flächenbedarf an, 63 % planen Neueinstellungen, 61 % stehen kurz vor Einführung neuer Dienstleistungen oder Produkte. Ebenfalls 27 % bekundeten Interesse an einem Geothermie-Anschluss, der offenbar in greifbare Nähe rückt.

Der GEFAK-Experte empfahl der Gemeinde, dem Fachkräftemangel etwa mit verstärkter Kontaktvermittlung zwischen Schulen und Wirtschaft zu begegnen. Die Art der benötigten Gewerbeflächen sei jeweils genauer abzufragen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Beim Neubau von Wohnungen seien auch „innovative Wege“ zu gehen, um durch größeres Angebot auch die Preise positiv zu beeinflussen.

Und schließlich solle die Gemeinde mehrere Breitband-Anbieter auf den offenkundigen Bedarf schneller Internet-Verbindungen in den Gräfelfinger Gewerbegebieten hinweisen und den Ausbau fördern.

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