Die größte Baugrube Planeggs: Bei der Grundsteinlegung für die neue Imtech-Zentrale in Steinkirchen lobten Landrätin Johanne Rumschöttel (2.v.l.) und Bürgermeisterin Annemarie Detsch die Arbeit von (l.) Ludger Inholte (Projektentwicklung) und Architekt Alf Prasch. foto: jürgen sauer

Firmenzentrale für 350 Mitarbeiter

Planegg - Im Planegger Gewerbegebiet Steinkirchen entsteht derzeit die neue Firmenzentrale von Imtech. Über 40 Millionen Euro kostet das fünfstöckige Bürogebäude, es handelt sich um eines der größten Bauprojekte in Planegg seit Jahren. Gestern war Grundsteinlegung.

Wo Familien früher Himbeeren pflückten, werden demnächst Ingenieure Flughäfen, Industrieanlagen und Bürogebäude planen. Auf dem 6700 Quadratmeter großen Grundstück entlang der Semmelweisstraße in Steinkirchen wird seit Oktober die neue Firmenzentrale für Bayern und Sachsen des Anlagenbauers Imtech errichtet. Das Unternehmen ist seit 25 Jahren in Planegg ansässig und bundesweit führend im Bereich Energie- und Klimatechnik. Wegen der anhaltend guten Auftragslage war eine Erweiterung der Niederlassung geboten. Planegg widmete das Himbeerfeld daraufhin um in ein Gewerbegebiet, um den wichtigen Steuerzahler und insgesamt 500 Arbeitsplätze am Ort zu halten - das Ganze nicht ohne Reibereien, denn ein erheblicher Teil des Trenngrüns wurde dafür geopfert.

Imtech selbst tritt in Steinkirchen nicht als Bauherr auf. Diesen Part übernimmt die Inholte-Projektentwicklungs-Gesellschaft. Eigentümer des neuen Gebäudes ist wiederum ein Hamburger Investor, der das Haus an Imtech vermietet. Die Ausmaße der Immobilie suchen in Planegg ihresgleichen: 24 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche verteilt auf fünf Etagen, Büros für 350 Mitarbeiter und eine Tiefgarage mit 283 Stellplätzen.

Projektentwickler Inholte versprach den Gästen bei der Grundsteinlegung am Donnerstag ein „filigranes“ Gebäude mit einer vertikal strukturierten Fassade aus Glas und Metall. Anfang 2014 soll das Gebäude bezugsfertig sein. Planeggs Bürgermeisterin Annemarie Detsch lobte die „glänzenden Wachstumsaussichten“ des Unternehmens. „Das macht auch unseren Kämmerer glücklich“, sagte die SPD-Politikerin in Anspielung auf zu erwartende Gewerbesteuereinnahmen. Detsch dankte Imtech für das „großzügige“ Sponsoring Planegger Vereine und hob besonders den SV Planegg hervor. Die Bürgermeisterin berichtete, dass andere Kommunen vergeblich um Imtech gebuhlt hatten. „Das macht mich auch stolz.“ Landrätin Johanna Rumschöttel nannte Imtech „ein Paradebeispiel dafür, wie ein Unternehmen Wohlstand schafft“ und damit einer ganzen Region nutze.

Die heikle Lage des niederländischen Mutterkonzerns von Imtech trübte indes die freudige Stimmung bei der Grundsteinlegung. Millionenschwere Abschreibungen auf Projekte in Polen und Deutschland hatten im Februar zu einem Einbruch des Aktienkurses um rund 50 Prozent geführt und Imtech in eine finanzielle Krise mit ungewissem Ende gestürzt.

Ob die erwartet hohen Gewerbesteuereinnahmen ins Planegger Gemeindesäckel fließen werden, bleibt deshalb abzuwarten.

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