Flüchtlingsdorf auf der Sanatoriumswiese

Krailling - Der Kraillinger Gemeinderat hat sich auf einen Standort für eine Asylbewerberunterkunft festlegt: ein Grundstück auf der östlichen Sanatoriumswiese.

Viele Grundstücke und Immobilien waren zuletzt als mögliche Standorte für eine Kraillinger Asylbewerberunterkunft ins Spiel gebracht worden. Und immer wieder hatten Bürger eine dezentrale Unterbringung verteilt auf mehrere Standorte gefordert - auch um Flüchtlinge besser in das Gemeindeleben zu integrieren. „Wir haben uns wirklich alles angeschaut“, versicherte Bürgermeisterin Christine Borst am Dienstag im Gemeinderat. Doch letztlich habe nur ein Standort allen Anforderungen entsprochen: eine Fläche an der Ecke Pentenrieder-/Hubertusstraße auf der Sanatoriumswiese. Dort soll in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung eine Containeranlage für rund 100 Flüchtlinge errichtet werden. Mit der Option, diese später um 50 Personen zu erweitern.

Die Frage „zentrale oder dezentrale Unterbringung“ stellt sich für Starnbergs Kreisbaumeister Christian Kühnel längst nicht mehr. „Das ist keine Frage des Wollens, sondern der Mathematik.“ Woche für Woche kämen 40 neue Asylbewerber in den Landkreis, Tendenz eher steigend. 1300 Flüchtlinge leben derzeit im Fünf-Seen-Land, weitere 550 muss das Landratsamt bis Jahresende unterbringen. „Es muss rasch gehen. Der Winter kommt, und es wird kalt“, warb Kühnel bei den Bürgern um Verständnis. Es gehe nicht um „die allerbeste, sondern eine schnelle Lösung“.

Bürgermeisterin Borst unterbrach eigens die Sitzung, um den Zuhörern im überfüllten Sitzungssaal des Rathauses die Möglichkeit einzuräumen, Fragen zu stellen. Mehrere Kraillinger monierten, man stelle sie vor vollendete Tatsachen ohne jedwede Bürgerbeteiligung. Auch die Angst vor einer künftigen Bebauung der Sanatoriumswiese sowie einem Wertverlust der Grundstücke wurde laut.

Die zweigeschossige Container-Siedlung soll auf einer Fläche von zirka 50 mal 50 Metern errichtet werden. Die kleinen Wohnungen mit jeweils zwei Schafzimmern für drei Personen, einer Kochzeile und einem Bad hätten im Vergleich zu anderen Asylbewerberunterkünften einen sehr guten Standard, betonte Kühnel. Dies trage zum Wohnfrieden bei und eröffne „eine maximale Chance auf ein friedliches Zusammenleben“. Um die Flüchtlinge und die Anlage soll sich ein Hausmeister kümmern. Die Erschließungskosten des Grundstücks veranschlagt der Kreisbaumeister auf 70 000 bis 100 000 Euro. Die Containersiedlung soll eingezäunt und begrünt werden. „Ich bin mir sicher, wenn die Anlage steht, werden Sie mit der Zeit viele Sorgen verlieren“, sagte Kühnel.

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