Gräfelfing Turnhalle Schäden Flüchtlingen
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Alles musste schnell gehen: Rathaus-Mitarbeiterin Sabine Strack und ein Mitarbeiter einer Umzugsfirma beim Einrichten der Halle als Notunterkunft im August 2015.

Provisorium für 180 Flüchtlinge

Turnhalle als Notunterkunft: Schäden von 575.000 Euro

  • Martin Schullerus
    vonMartin Schullerus
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Gräfelfing - Es war nur eine Not-Lösung, um Flüchtlinge unterzubringen, doch die wird nun richtig teuer: Die Dreifachturnhalle in Gräfelfing muss saniert werden. Kosten: rund 575.000 Euro.

Landrat Christoph Göbel erwartet aus seiner Heimatgemeinde Gräfelfing unerfreuliche Post. Das Bauamt im Gräfelfinger Rathaus hat in den letzten Monaten die Dreifachturnhalle begutachten und einen Großteil der Schäden beheben lassen. Sollte auch der gesamte Bodenbelag ausgetauscht werden, was Bauamtsleiterin Elisabeth Breiter für notwendig hält, dürfte sich die Schlussrechnung auf über eine halbe Million Euro belaufen.

Zwischen dem 19. August und dem 23. Oktober 2015 hatte das Landratsamt München in der Dreifachturnhalle bis zu rund 180 Personen untergebracht. Als die Gemeinde ihre requirierte Halle im Herbst wieder übernahm, konnte von einer sofortigen Nutzung durch Schul- und Vereinssport keine Rede sein. Erst mussten Fachfirmen ran.

Ein Schwerpunkt des Schadensbildes ist der empfindliche Hallenboden. Wohl aus Zeitmangel ließ das Landratsamt ihn nur mit losen Teppichfliesen belegen. Sie verrutschten bald und waren nicht wasserdicht. Flüssigkeiten und Speisereste fanden den Weg unter den Teppich. Die Füße der Stockbetten aus Eisenrohren hinterließen rostige Druckstellen und tiefe Kratzer. An mehreren Stellen klafft der Belag nun auf. „Zum Glück hatten wir zufällig im Jahr davor ein Gutachten für den Boden anfertigen lassen“, so Elisabeth Breiter auf Merkur-Anfrage. Dies ermöglichte einen Vergleich. Das neue Gutachten kam nun zu dem Schluss, der Boden habe in der Zwischenzeit wesentlich gelitten. Ein neuer Hallenboden würde allein schon über 300 000 Euro kosten.

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Ein großes Problem stellten auch die Sanitärbereiche dar. Weil sie nicht für so viele Menschen ausgelegt sind und fensterlos im Keller liegen, ging die automatische Belüftung in die Knie: Die Wände waren ständig nass, verbreitet bildete sich Schimmel. Toiletten und sämtliche Bodenabflüsse, die zum Teil ebenfalls direkt als Toilette genutzt wurden, waren derart verstopft, dass die Handwerker zwei Tage benötigten, sie frei zu machen, obwohl es auch schon während der Nutzungszeit wiederholt Wartungs- und Reparaturarbeiten im Sanitärbereich gegeben hatte.

Bauamt: Alle durchgeführten Arbeiten unverzichtbar

Insgesamt spielte die Hygiene bei der Wiederherstellung eine große Rolle. Die Sanitärbereiche wurden gekärchert und desinfiziert. Weil Wischtests an den Wänden der Halle zudem organische Ablagerungen ergaben, musste die gesamte Halle samt Nebenräumen mit Wasserstoffperoxid (H2O2) vernebelt werden, um Keime abzutöten. Danach rückten die Maler an.

Das Bauamt hält alle durchgeführten Maßnahmen für unverzichtbar, das Einschalten von Gutachtern und Sachverständigen für angemessen und hält sich zugute, sogar Kosten gespart zu haben. Elisabeth Breiter: „Die Vernebelung war ausgesprochen günstig im Vergleich zur Alternative, die Wände händisch zu desinfizieren oder keimtötende Krankenhausfarbe zu verwenden.“

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Aus dem Landratsamt Dankbarkeit für diese Rechnung zu erwarten, wäre wohl trotzdem vermessen. Auf Merkur-Anfrage teilte Sprecherin Christina Walzner mit: „Sobald die Rechnung bei uns eingeht, werden wir diese selbstverständlich prüfen und sie an die Regierung von Oberbayern weiterleiten, da die Kostenübernahme durch den Staat erfolgt.“ Allerdings scheine es sich bei der Kostenhöhe um einen „Ausnahmefall“ zu handeln. Walzner: „Bislang haben sich die Kosten zur Wiederherrichtung der Turnhallen immer in Grenzen gehalten.“

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