Geplante Flüchtlingsunterkünfte in Planegg

CSU stärkt Anwohnern den Rücken

Planegg - Die Planegger CSU stellt sich ausdrücklich hinter die Anwohner der geplanten Flüchtlingsunterkünfte an der Georgenstraße und am Bahnhof. Sie fordert, nicht über die Köpfe der Bürger hinweg zu entscheiden.

Ein Umdenken wäre zu viel gesagt, aber „die Nachdenklichkeit ist da“, sagt Karlheinz Groebmair, Sprecher von „Rettet die Würm-Auen“ ein wenig hoffnungsvoll über Planeggs Politiker. Er ist Anwohner der Georgenstraße und will eine Bebauung der benachbarten Würm-Auen verhindern. Die Gemeinde plant dort, eine Flüchtlingsunterkunft zu errichten. Seine Initiative habe über 600 Unterschriften gesammelt, sagt er.

An der Hofmarkstraße hatte sich, wie berichtet, ebenfalls Widerstand gegen eine Asylunterbringung formiert. Die Anwohner dort haben sich inzwischen mit der Martinsrieder Initiative, die gegen eine Bebauung im Parc de Meylan ist, zusammengetan.

Jetzt stellt sich die Planegger CSU noch einmal ausdrücklich hinter beide Planegger Initiativen. In einer Erklärung des Ortsvorsitzenden Anselm Engelmayer heißt es: „Die CSU Planegg lehnt die Standorte an der Georgenstraße sowie am Bahnhofsareal zur Bebauung für Flüchtlingsunterkünfte ab.“ Beide Standorte seien gegen die Stimmen der CSU im Gemeinderat beschlossen worden.

Vor allem „Rettet die Würm-Auen“ bekommt in dem Schreiben Rückendeckung. Seit Jahrzehnten sei Planegg bemüht, die Würm mit den angrenzenden Flächen zu begrünen und einen Naherholungsbereich in seiner ursprünglichen Form zu schaffen, heißt es. „Entsprechende bauliche Verordnungen sind seit langem etabliert. Dies ist nicht nur der latenten Überschwemmungsgefahr geschuldet, sondern entspricht auch dem mehrheitlichen Wunsch der Planegger und Martinsrieder Bürger“, erklärt der Vorstand.

Groebmair berichtet, dass er neben den Unterschriften viele Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalten habe, die Nachdenklichkeit zeigten. „Ich hätte nie gedacht, dass da so viel Entrüstung entstehen würde“, sagt er. Jetzt habe er den Eindruck: „Man nimmt uns ernst.“ Aus der Diskussion, ob kleinere oder größere Flüchtlingsunterkünfte vorteilhafter seien, will er sich heraushalten. Er sei ausschließlich gegen jegliche Bebauung in den Würm-Auen.

Für die CSU ist die Größe der Unterkünfte wiederum ein Thema. „Eine Unterkunft zur Unterbringung von 60 Personen, wie es am Bahnhofsareal vorgesehen ist, entspricht weder unserer Überzeugung, dass Standorte mittlerer Größe mit Erweiterungspotential notwendig sind, noch passt diese Anzahl zu den üblichen Schlüsseln der Zuteilung von Betreuungspersonal“, erklärt Engelmayer. Die CSU halte daher weiter an dem Standort an der Fürstenrieder Straße fest. Die Initiative der Anlieger an der Hofmarkstraße bekommt zusätzlich Rückendeckung von der CSU, die findet dass die Neugestaltung des Bahnhofsareals durch eine Flüchtlingsunterkunft eingeschränkt werde.

Zum Schluss ihrer Erklärung begegnet die CSU auch noch einem der großen Kritikpunkte aller Planegger Standortgegner: „Die CSU wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass dieses Thema mit mehr Transparenz und nicht hinter verschlossenen Türen behandelt wird. Die Unterbringung von Flüchtlingen im derzeitigen Ausmaß wird langfristig unser Ortsbild prägen und darf nicht über die Köpfe der Bürger hinweg beschlossen werden."

vs

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