Flüchtlingsunterbringung

Flüchtlingsunterkunft lässt auf sich warten

In drei Wochen sollte die erste Flüchtlingsunterkunft in Planegg eigentlich fertig sein. Doch der Bauherr hat andere Prioritäten.

Die ersten 72 Flüchtlinge sind in Planegg so gut wie untergebracht – könnte man meinen. Das Grundstück ist vorhanden, Genehmigungen sind eingeholt, jetzt muss nur noch gebaut werden. Anfang November sollten die Arbeiten auf dem Friedhofsparkplatz beginnen, erklärte Planeggs Bürgermeister Heinrich Hofmann Ende Oktober im Gemeinderat. Mitte Dezember sollte das Gebäude fertiggestellt sein. Doch bislang ist nicht viel passiert. „Die Firmen, die in der einen Gemeinde bauen, tun dies auch in den nächsten Gemeinden“, erklärt Anke Witzel, Sprecherin des Investors „Ehret + Klein“. Derzeit sei Gräfelfing an der Reihe, dann sei Taufkirchen dran und schließlich Planegg. Zu Weihnachten werden also noch keine Flüchtlinge in der Unterkunft in Planegg einziehen können. Ein fester Bezugstermin sei mit dem Landratsamt nicht vereinbart worden, erklärt Witzel.

Während die Planungen für die ersten beiden Unterkünfte in Planegg und Martinsried von Seiten der Gemeinde abgeschlossen sind, arbeiten die Mitarbeiter der Verwaltung bereits an der Unterbringung der nächsten Asylbewerber, wie Geschäftsleiter Stefan Schaudig bestätigt. Weitere 138 Flüchtlinge werden 2016 in der Gemeinde erwartet. Nachdem der Gemeinderat sich im Juli auf eine Liste geeigneter Grundstücke für den Bau von Unterkünften verständigt hatte, müsse nun festgelegt werden, welches Grundstück als nächstes bebaut werde, erklärt Schaudig. „Das werden wir sicherlich Anfang des Jahres machen müssen“, erklärt er.

Neue Grundstücke würden gesucht, weil noch mehr Flüchtlinge erwartet würden und weil auf der Liste auch ein Grundstück bei den Stockbahnen des EC Planegg aufgeführt sei, bei dem erst die Erschließung geklärt werden müsse, ebenso wie eventuell auch bei dem Grundstück im Bereich des Max-Planck-Instituts. Bis Ende 2016 soll die Gemeinde Planegg nach den Vorstellungen des Landratsamtes Unterkünfte für insgesamt 286 Asylbewerber schaffen.

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