3000 Starts und Landungen pro Jahr: Ein Rettungshubschrauber am Klinikum Großhadern.

Fluglärm: Hoffnung für die Anwohner

Planegg - Die Anwohner des Klinikums Großhadern klagen seit Jahren über den durch Rettungshubschrauber verursachten Fluglärm. Jetzt gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer. Der Petitionsausschuss des Landtags will sich bei einem Ortstermin ein Bild von der Situation machen.

Martinsrieder, Großhaderner und sogar Neurieder Bürger werden nachts regelmäßig durch startende und landende Helikopter aus dem Schlaf gerissen. Seit der Stationierung von Rettungshubschraubern am LMU-Klinikum Großhadern im Jahr 1992 ist die Zahl der Einsätze sukzessive gestiegen. Im Jahr 2005 gab es 1946 Flugbewegungen, davon 356 in den Nächten. Im Jahr 2012 waren es bereits 2502 Flugbewegungen (also eine Steigerung um 29 %), in den Nächten 494 Flugbewegungen und damit eine Steigerung um satte 39 %.

„Gerade die Nachtflüge sind eine ganz besondere Belastung für alle Bürger im Umkreis des Klinikums. Sie sind prinzipiell immer Primärrettungen, die Flugschneisen müssen nicht eingehalten werden“, berichten Max Behr und Guido Löbel aus Martinsried. Sie fordern, dass der Sonderlandeplatz verlegt wird, um die „permanenten Störungen der Nachtruhe von rund 2000 Familien im Umkreis von Großhadern“ zu beenden.

Löbel und Behr kritisieren, dass der Intensivtransporthubschrauber nur in zwei bis fünf Prozent der Einsätze wieder mit einem Patienten zum Klinikum Großhadern zurückkehrt. In aller Regel fliegt der Hubschrauber zu Einsätzen in ganz Bayern und bringt den Patienten in ein fremdes Krankenhaus. Dies hat die Klinikleitung den beiden Martinsriedern in einem Gespräch Anfang des Jahres bestätigt. Nachts ist der Intensivtransporthubschrauber besonders häufig im Einsatz, da die große Rettungsflugstaffel des ADAC nur von Sonnenauf- bis untergang fliegen darf. „Es ist nicht mehr zu begreifen und vertretbar, dass dieser Rettungshubschrauber von Großhadern als einziger für einen so weiten Umkreis für Nachteinsätze eingesetzt wird“, schreiben Löbel und Behr, die bereits 2006 eine Petition an den Landtag richteten und um Hilfe baten. Damals jedoch vergeblich.

Nun haben die beiden Martinsrieder es erneut versucht und sich im Mai an den Petitionsausschuss gewandt. Nach sechsmonatiger Funkstille wurde der Antrag jetzt behandelt. Ergebnis: Die Abgeordneten wollen sich bei einem Ortstermin ein Bild von der Situation machen. Wann dieser stattfindet, steht noch nicht fest. Löbel und Behr hoffen auf ein Einsehen. „Viele Bürger sind bereits geschädigt, weil sie bei den kleinsten Geräuschen bereits hellwach werden.“

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